Mannheim verbannt Dieselbusse: Fahrgäste müssen künftig anschieben
Die Deutsche Umwelthilfe hat durchgesetzt, dass in Mannheim ab sofort alle Dieselbusse nur noch mit Muskelkraft betrieben werden dürfen. Fahrgäste werden zu Schiebern umgeschult, die Stadtwerke bauen 400 Kilometer Anschiebebahnen.
Mannheim hat als erste deutsche Großstadt sämtliche Dieselbusse stillgelegt und auf reine Muskelkraft umgestellt. Ab kommendem Montag dürfen die Fahrzeuge nur noch bewegt werden, wenn die Fahrgäste selbst anschieben. Die Stadtwerke haben dazu an allen Haltestellen Schiebegriffe montiert und 400 Kilometer Anschiebebahnen markiert.
Die Deutsche Umwelthilfe begrüßt den Schritt als «konsequenteste Umsetzung der Verkehrswende». Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch erklärte: «Wir haben lange genug zugesehen, wie Dieselbusse die Luft verpesten. Jetzt schieben die Bürger ihren Bus selbst – das ist gelebte Eigenverantwortung.» Wer nicht schiebt, muss den Bus tragen.
Die Stadtwerke haben bereits 6000 Schiebegriffe bestellt und ein Trainingszentrum eröffnet, in dem Fahrgäste das synchrone Anschieben lernen. Ein Sprecher sagte: «Wir bilden Schubteams aus. Jedes Team besteht aus acht Personen, die im Takt schieben. Der Busfahrer ruft den Rhythmus aus.»
Für ältere Fahrgäste gibt es künftig Sitzbänke mit integrierten Tretkurbeln, damit sie ihren Beitrag leisten können. Die Stadt prüft zudem, ob die Busse bergauf von Pferden gezogen werden dürfen – ein entsprechender Antrag liegt beim Regierungspräsidium.
Augsburg hat bereits Interesse angemeldet und will bis 2030 komplett auf Anschiebebetrieb umstellen. Die Umwelthilfe fordert nun bundesweit einheitliche Schiebegriffe und eine Ausbildungspflicht für alle Fahrgäste.
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