Luftwaffenakademie verlegt Flugtraining in Turnhallen, nachdem dritte Maschine binnen einer Woche verloren ging
Nach dem Verlust mehrerer Kampfjets verlegt die russische Luftwaffe ihr Training in Turnhallen. Bodenpersonal übt nun an Holzattrappen, während die Einsatzflugzeuge am Boden bleiben.
Die russischen Luftstreitkräfte haben mit sofortiger Wirkung sämtliche Übungsflüge über der Region Kursk eingestellt und verlegen ihr Training in die Turnhallen der örtlichen Militärschulen. Hintergrund ist der Verlust von drei Kampfjets innerhalb weniger Tage, darunter zwei Su-35S, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei einer Kollision im Luftraum über Kursk zerstört worden sein sollen.
Statt mit echten Maschinen üben die Piloten nun an Holzattrappen in Originalgröße, die in den Sporthallen der Kadettenschulen aufgestellt wurden. „Die Manöver sind identisch, nur die Höhe beträgt jetzt maximal zwei Meter über dem Hallenboden“, erklärte ein Sprecher der Militärverwaltung Kursk. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Selbst bei einem Zusammenstoß fallen die Maschinen nicht vom Himmel, sondern höchstens vom Holzbock.“
Die Turnhallen wurden dafür mit Netzen, Matten und einer markierten Landebahn aus Klebeband ausgestattet. Fluglehrer dirigieren die Übungen mit Taschenlampen, um die Nachtflugausbildung zu simulieren. Erste Erfolge meldete die Behörde bereits: Die Zahl der gemeldeten Kollisionen sei auf null gesunken, da sich die Holzattrappen nicht mehr gegenseitig rammten.
Einziger Wermutstropfen sei die Geräuschkulisse, räumte der Sprecher ein. Die Piloten müssten das Triebwerksgebrüll nun aus Lautsprechern abspielen, was bei den Anwohnern der Kadettenschulen für Verwirrung sorge. „Manche glauben, die Flugzeuge fliegen wieder“, so der Sprecher. „Dabei sind es nur die Aufnahmen von letzter Woche.“