Kursk: Kühlturm hält nach Drohnentreffer feierliche Ehrenwache ab
Nach einem Drohneneinschlag in den Kühlturm des AKW Kursk hat die russische Betreibergesellschaft eine dauerhafte Ehrenwache aus 300 Rekruten abgestellt, die den Turm rund um die Uhr mit militärischem Gruß schützt.
Nach dem Einschlag einer Drohne in den Kühlturm des russischen Atomkraftwerks Kursk hat die Betreibergesellschaft umgehend eine feierliche Ehrenwache eingerichtet. Dreihundert Rekruten der strategischen Raketentruppen stehen seit Donnerstag in Achtungsstellung um den Turm verteilt und salutieren im Minutentakt. Die Anlage bleibt in Betrieb.
Die Wache wurde auf Anweisung des regionalen Zivilschutzministers gebildet, der den Vorfall als «beispiellosen Angriff auf die Würde des Kühlturms» bezeichnete. Jeder Soldat trägt eine nummerierte Armbinde und einen Klappstuhl, der ausschließlich bei einsetzendem Regen aufgestellt werden darf. Die Schicht dauert acht Stunden, unterbrochen von einer Zeremonie zur Wachablösung, die täglich um 14 Uhr vor dem Nordportal abgehalten wird.
Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien hat die Maßnahme zur Kenntnis genommen und ihre Sorge um die nukleare Sicherheit bekräftigt. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft erklärte dazu, die Ehrenwache diene dem Schutz des Turms vor weiteren Angriffen und habe bereits dazu geführt, dass die örtliche Bevölkerung den Kühlturm nun «mit neuem Respekt» betrachte. Die Rekruten erhalten für ihren Einsatz eine Sonderzulage in Höhe von zwei Tagesrationen.
In der Region Kursk wurden unterdessen zusätzliche Fahnenmasten errichtet, an denen die Wache bei Sonnenaufgang die Flagge hisst. Der Betrieb des Kraftwerks läuft unverändert weiter.