Kreml verpflichtet 1.126 Wahlbeobachter zu lebenslangem Dauerapplaus bei jeder Stimmabgabe
Die IAPEE-Beobachtermission unter deutscher Beteiligung wird auf unbestimmte Zeit verlängert: Jede abgegebene Stimme muss künftig mit stehendem Beifall quittiert werden, die Schichten dauern 19 Stunden.
Die Internationale Vereinigung von Politik- und Wahlexperten hat ihre Beobachtermission in Russland auf unbestimmte Zeit verlängert und ein neues Pflichtprogramm erlassen: Jede abgegebene Stimme ist ab sofort mit stehendem Beifall zu quittieren, die Schichten dauern 19 Stunden, Applauspausen sind nicht vorgesehen.
Die frühere Hamburger AfD-Abgeordnete Olga Petersen, die inzwischen in Russland lebt, ließ es sich nicht nehmen, die erste Schicht persönlich zu eröffnen. Vor laufender Kamera erklärte sie: «Ich klatsche hier so lange, bis die Urne durchsichtig wird.» Ein früherer Berliner DKP-Vorsitzender, der ebenfalls im Saal anwesend war, forderte lautstark, den Applaus künftig auch auf Briefwähler auszudehnen, und begann umgehend, die Anwesenden in Reihen zu ordnen.
In Jekaterinburg beschlagnahmte die Polizei am zweiten Wahltag einen Apfel, der auf einem Tisch lag, und stufte ihn als illegale Wahlkampfaktivität ein. Die zuständige Bezirkskommission ordnete an, dass künftig jedes Wahllokal vor der Öffnung auf Obstbestände zu durchsuchen ist. Die Beobachter klatschten auch dazu.
Die Zentrale Wahlkommission meldete unterdessen 57,8 Prozent für Einiges Russland und 355 von 450 Sitzen. In Lokalen ohne unabhängige Beobachter fielen Beteiligung und Stimmenanteil auffällig höher aus. Die IAPEE wertet dies als Beleg für die Wirksamkeit des neuen Applausregimes und kündigte an, die Schichten ab kommender Woche auf 22 Stunden zu verlängern.
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