Kreml lässt Verhandlungsdelegation zu Fuß nach Kiew marschieren – Gepäck: ein Fass Diesel
Moskau erklärt sich zu Gesprächen bereit und schickt seine Unterhändler umgehend zu einem Gewaltmarsch über die Autobahn, während Washington die Ankunft eines Tankschiffs mit Diesel feiert und Kiew die Frontlinie einfriert – buchstäblich, mit einem Eiswagen.
Moskau hat seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen mit Washington und Kiew in eine sofortige Tat umgesetzt: Eine Delegation unter Leitung eines Kreml-Beraters ist am Mittwochmorgen zu Fuß von St. Petersburg in Richtung Kiew aufgebrochen, beladen mit einem Fass Diesel als Gastgeschenk und der Order, unterwegs keine Pause zu machen.
Die Route führt über die Autobahn, wo die Unterhändler laut Plan alle vierzig Kilometer eine kurze Lagebesprechung im Gehen abhalten. Ein Sprecher erklärte, man wolle «Substanz» liefern und nicht nur «Ideen» – die Vorschläge der Europäer seien «nicht viel Substanz» gewesen, deshalb bringe man nun eigene mit, in Form von Marschgepäck. Die Ankunft in Kiew ist für den Zeitraum um den 10. November angesetzt, also nach den Kongresswahlen in den USA.
Washington zeigt sich derweil vor allem an der Lieferung interessiert: Ein erstes Tankschiff mit Diesel hat Kurs auf die USA genommen, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff ließ verlauten, man danke für die Fracht und spreche inzwischen «ganz offen» mit Kiew über die Möglichkeiten nach dem Konflikt. Trump, der die Vereinbarung zuvor angekündigt hatte, verzog bei der Frage nach dem Dreiergipfel mit Putin und Xi Jinping in Shenzhen keine Miene und nannte das Treffen «eine gute Idee».
Kiew reagierte auf die Marschkolonne mit einer eigenen Maßnahme: Präsident Wolodymyr Selenskyj ordnete an, die Frontlinien noch am selben Tag einzufrieren – ein Kühlwagen wurde an die Donezker Abschnitte beordert, um den Verlauf buchstäblich zu vereisen. «Sprecht bitte nicht über uns ohne uns», sagte Selenskyj, «aber ihr könnt gerne zu Fuß kommen.» Die Kämpfe gingen unterdessen weiter; die Delegation meldete am Abend, sie habe die erste Raststätte erreicht und dort einen weiteren Zwischenstand für die Presse abgegeben.
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