Iranische Revolutionsgarden eröffnen Tanker-Fahrschule in der Straße von Hormus
Nach erneuten Angriffen auf Tanker vor der Küste Omans haben die iranischen Revolutionsgarden eine eigene Fahrschule für Handelsschiffe eröffnet. Ziel: Die Kapitäne sollen lernen, Torpedos und Drohnen als Teil des Alltags zu betrachten.
Die iranischen Revolutionsgarden haben in der Straße von Hormus eine Fahrschule für Handelsschiffe eröffnet. Auf dem Stundenplan stehen Ausweichmanöver, Vollbremsungen und das ruhige Weiterfahren, während ein Geschoss den Rumpf streift. „Wir bringen den Kapitänen bei, den Ernst der Lage mit Gelassenheit zu nehmen“, sagte Ausbilder Admiral Reza Scharifi bei der Eröffnungszeremonie an Bord eines umgebauten Öltankers.
Die ersten 60 Teilnehmer aus Liberia, Panama und den Marshallinseln üben seit Montag im Zwölf-Meilen-Gebiet vor al-Chasab. Wer einen Angriff unbeschadet übersteht, erhält ein Zertifikat und einen Aufkleber mit der Aufschrift „Geprüft durch die Revolutionsgarden“. Die Prüfung umfasst auch den Umgang mit Drohnenüberflügen und gezielten Funksprüchen, die die Garden als „freundliche Begleitung“ bezeichnen.
Die Nachfrage ist groß: Hunderte Schiffe warten derzeit im Persischen Golf auf ihre Ausbildung, während der Verkehr durch die Meerenge auf einem reduzierten Niveau bleibt. „Wir haben die Kapazität, täglich 30 Schiffe zu schulen“, so Scharifi. „Wer die Prüfung nicht besteht, muss die Strecke erneut fahren – bis er die Ruhe verinnerlicht hat, die wir von allen Durchreisenden erwarten.“