Iran erklärt Straße von Hormus zur Einbahnstraße und verlangt von Tankern tägliche Ehrenrunden vor der Küste
Teheran verschärft den Ton im Wirtschaftskrieg: Die iranische Behörde für Meerengenverkehr hat die Straße von Hormus zur Einbahnstraße erklärt und verlangt von allen Öltankern tägliche Ehrenrunden entlang der eigenen Küste, bis Washington die Sanktionen zurücknimmt.
Die iranische Behörde für Meerengenverkehr hat die Straße von Hormus mit sofortiger Wirkung zur Einbahnstraße erklärt und verlangt von sämtlichen Öltankern, die den Persischen Golf verlassen wollen, tägliche Ehrenrunden entlang der iranischen Küste. „Jedes Schiff hat die Route mindestens dreimal zu durchfahren, bevor es die Ausfahrt nehmen darf“, sagte Behördenleiter Hassan Ruhani-Nejad im Staatsfernsehen. „Die Runden dienen der freundschaftlichen Begrüßung und der Überprüfung der Ladungspapiere.“
Erste Tanker hätten die neue Regel bereits befolgt und dabei zusätzlich die vorgeschriebene iranische Küstenflagge gehisst, die auf dem Weg nach außen zweimal zu senken und einmal zu hissen sei. Die Behörde habe dafür eigens einen Ehrenrunden-Koordinator eingesetzt, der vom Leuchtturm von Bandar Abbas aus per Megafon die Geschwindigkeit der Schiffe überwacht. „Wir haben die Runden so getaktet, dass ein Tanker pro Durchfahrt exakt sieben Liter Treibstoff mehr verbrennt als nötig“, so Ruhani-Nejad. „Das ist unser Beitrag zur globalen Entschleunigung.“
Die Golfstaaten hätten bereits Protest angemeldet, weil ihre Ausfuhren nun mit einer Verzögerung von durchschnittlich elf Stunden rechnen müssten. Die iranische Führung zeigte sich unbeeindruckt und kündigte an, die Ehrenrunden auf alle Schiffe auszuweiten, die auch nur in Sichtweite der Küste ankern. „Wer nicht grüßt, der fährt nicht“, sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf. „Und wer nicht fährt, dessen Öl bleibt bei uns.“ Ab nächster Woche sollen zusätzlich Schwimmkurse für die Besatzungen angeboten werden, die während der Runden die iranische Nationalhymne auswendig lernen.