Frankreich richtet Dauerprotest ein: Gelbwesten erhalten feste Schichten und Marschpläne bis Silvester
Aus den landesweiten Demonstrationen wird eine permanent besetzte Proteststraße mit Schichtplan, Lautsprecheransagen und täglichem Marschbefehl. Die Regierung reagiert mit einem eigenen Zeremoniell und ordnet an, dass jeder Minister einmal pro Woche mitläuft.
Die französische Regierung hat die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in eine dauerhafte Einrichtung umgewandelt: Ab Montag ziehen die Demonstrierenden in festen Schichten durch Paris, Marseille und Lyon, mit gedruckten Marschplänen, nummerierten Startblöcken und einer täglichen Lautsprecheransage, die den weiteren Verlauf der Woche verkündet.
In Marseille wurde die Touristeninformation nicht nur besetzt, sondern zum ständigen Versammlungsort umgebaut: Stühle, Trinkwasser und ein Rednerpult stehen bereit, damit die Kundgebung pünktlich um sieben Uhr beginnen kann. In Lyon richtet die Präfektur eine eigene Abteilung ein, die den Marsch der Menge vorab abläuft und die Route mit Kreide markiert, damit niemand versehentlich in eine falsche Straße gerät.
Das Innenministerium spricht von einer «geordneten Ausübung des Unmuts» und hat angeordnet, dass jeder Minister einmal pro Woche eine Schicht mitläuft. Die Polizei begleitet die Züge nicht mehr mit Wasserwerfern, sondern mit einem Wagen, der die nächste Etappe ausruft. In Avignon hat die Präfektur ihren Innenhof für die Mittagspause der Demonstranten geöffnet und stellt Klappstühle bereit.
Die Gewerkschaften haben die Schichtpläne bereits übernommen und verteilen sie an Schüler und Studenten, die seit Wochen für bessere Lernbedingungen demonstrieren. Für Silvester ist ein gemeinsamer Abschlussmarsch geplant, bei dem die Teilnehmer ihre gelben Westen ein letztes Mal tragen und danach in die reguläre Winterkleidung wechseln.
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