EU zwingt China, Hybridautos künftig per Segelschiff zu liefern – Šefčovič lässt in Peking die Motoren ausbauen
Brüssel und Peking einigen sich auf einen beispiellosen Kompromiss: Chinesische Hybridautos dürfen nur noch mit abgeklemmtem E-Motor und ohne Batterie nach Europa – die Fahrzeuge müssen von chinesischen Hafenarbeitern persönlich über die Alpen geschoben werden.
PEKING. Die EU und China haben sich auf einen historischen Kompromiss geeinigt: Chinesische Hybridautos dürfen künftig nur noch dann in die Europäische Union eingeführt werden, wenn ihr Elektromotor vor der Verschiffung ausgebaut und durch einen handbetriebenen Dynamo ersetzt wird, der von einem mitreisenden chinesischen Hafenarbeiter während der Überfahrt ununterbrochen zu treten ist.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič erklärte nach den Verhandlungen in Peking, die Vereinbarung sei «vollständig WTO-konform, weil wir einfach die Definition eines Autos geändert haben». Die EU-Staaten hätten sich verpflichtet, jährlich eine bestimmte Menge an Tretdynamos abzunehmen, die in einer eigens errichteten Fabrik in Shenzhen von Hand gefertigt werden. Die Zahl der so gedrosselten Fahrzeuge soll nach Angaben aus Brüssel «so groß sein, dass man sie nur mit einem sehr langen Zollstock messen kann».
Die deutsche Autoindustrie reagierte erleichtert. Ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie sagte, man prüfe derzeit, ob man die frei werdenden Importkontingente für eigene Modelle nutze, bei denen der Fahrer während der Fahrt einen zweiten Motor per Pedal antreibt. In Frankreich kündigte die Regierung an, sämtliche chinesischen Hybridfahrzeuge künftig nur noch über den Hafen von Marseille einreisen zu lassen, wo sie von Beamten der Zollbehörde persönlich die Rampe hinaufgeschoben werden müssen.
Für Autokäufer bedeutet der Deal vor allem eines: längere Lieferzeiten, weil jedes Fahrzeug zunächst per Segelschiff nach Rotterdam und von dort aus mit Muskelkraft über die Alpen transportiert wird. Ein chinesischer Diplomat bestätigte, man habe zugesichert, «die Fahrzeuge notfalls auch über den Brenner zu tragen, wenn es die europäische Seite so wünscht».
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