EU verbietet Wörter «umweltfreundlich» und «klimaneutral» – Beamte prüfen jetzt jeden Satz in Europa auf dem Marktplatz
Seit heute dürfen Werbeslogans wie «umweltfreundlich» oder «klimaneutral» in der EU nur noch verwendet werden, wenn sie ausreichend belegt sind. Die Kommission hat dazu ein mobiles Prüfkommando eingerichtet, das in allen Mitgliedstaaten Werbetafeln, Verpackungen und sogar Gespräche auf öffentlichen Plätzen kontrolliert.
Brüssel hat die neue Verbraucherregelung nicht nur in Kraft gesetzt, sondern sofort in eine groß angelegte Feldaktion umgesetzt: Seit heute Morgen durchkämmen Prüfteams der EU-Kommission in gelben Westen die Innenstädte aller Mitgliedstaaten und entfernen jeden Werbeslogan, der die Wörter «umweltfreundlich» oder «klimaneutral» enthält, eigenhändig von Plakaten, Schaufenstern und Verpackungen.
Die Teams sind angewiesen, auch gesprochene Werbung zu ahnden. Auf Wochenmärkten in Deutschland, Frankreich und Italien notieren die Beamten, wenn Händler ihre Tomaten als «klimaneutral» anpreisen, und verhängen ein sofortiges Verkaufsverbot für die betreffende Ware. «Wir haben heute allein in Berlin mehr als zweitausend Tomaten beschlagnahmt», sagte ein Einsatzleiter. Die Tomaten werden zentral gelagert und nach Prüfung freigegeben.
Für die betroffenen Händler bedeutet das einen enormen Aufwand: Wer seine Ware zurückhaben will, muss nachweisen, dass sie tatsächlich umweltfreundlich ist. Dazu gehört ein Nachhaltigkeitsnachweis, den die Kommission in einem eigens eingerichteten Zelt vor dem Brandenburger Tor ausstellt. Die Warteschlange dort reichte am Mittag bis zum Alexanderplatz.
Die Kommission kündigte an, die Aktion auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. «Wir werden so lange weitermachen, bis niemand mehr das Wort klimaneutral in den Mund nimmt, ohne vorher eine Akte anzulegen», sagte ein Sprecher. Die Kosten für die Einsätze trägt der EU-Haushalt.
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