EU feiert Sanktionsverlängerung mit 36-Stunden-Dauerlauf um Brüssel – zwei Oligarchen dürfen beim Zieleinlauf zusehen
Nach tagelangem Ringen verlegt die EU ihre Russland-Sanktionen kurzerhand in ein Sportereignis: Ein 36-Stunden-Staffellauf um das Brüsseler Regierungsviertel besiegelt die Verlängerung um 36 Monate. Zwei gestrichene Oligarchen verfolgen das Spektakel von einer Ehrentribüne aus.
Brüssel hat die Verlängerung der Russland-Sanktionen um 36 Monate in einen 36-stündigen Dauerlauf rund um das Europaviertel verwandelt. Um Mitternacht startete Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den ersten von insgesamt 27 Staffelabschnitten, einen Kilometer pro Mitgliedstaat. Jede Runde durch die Rue de la Loi gilt als eine Woche der verlängerten Strafmaßnahmen.
Die beiden von der Liste gestrichenen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman verfolgen das Geschehen von einer eigens errichteten Ehrentribüne am Schuman-Kreisverkehr. Usmanow ließ sich einen Klappstuhl bringen, Fridman orderte einen Sonnenschirm. Lettlands Außenministerin Baiba Braze lief die erste Runde in voller Amtstracht mit und rief im Vorbeijoggen: «Die Sanktionen müssen verschärft werden, nicht abgeschwächt.»
Für den Fall eines vorzeitigen Abbruchs hält die slowakische Delegation einen tragbaren Verhandlungsraum bereit, ein Zelt mit Stehtischen und Kaffeemaschine. Frankreich besteht darauf, dass jeder Läufer eine Flasche aserbaidschanisches Mineralwasser erhält. Luxemburg verlangt, dass Fridman nach dem Zieleinlauf persönlich die Zielbande durchtrennt – als Ausgleich für seine Klage.
Die polnische und die baltischen Mannschaften tragen Armbinden mit der Aufschrift «Keine Ausnahmen». Die Ukraine schickt einen Beobachter, der jede Runde mit einer Stoppuhr protokolliert. Der Kreml hat ebenfalls eine Läufergruppe angemeldet, doch die EU prüft noch, ob Startnummern als Geschäftstätigkeit gelten.
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