EU baut Arktis-Mauer aus Eisbrechern: Merz verlegt Regierungssitz nach Rovaniemi
Beim Arktis-Gipfel in Rovaniemi beschließt die EU den Bau einer permanenten Eisbrecherflotte, die den gesamten Polarkreis umschließt. Merz kündigt an, bis zur nächsten Sitzungswoche alle Ministerien nördlich des Polarkreises unterzubringen.
ROVANIEMI – Die Europäische Union hat auf dem Arktis-Gipfel in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi beschlossen, den gesamten Polarkreis mit einer lückenlosen Kette aus Eisbrechern zu umschließen. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die Flotte werde noch in diesem Winter in See stechen und «jeden Zentimeter arktischen Eises» dauerhaft sichern.
Die zwölf beteiligten Staaten verpflichteten sich, sämtliche verfügbaren Werften für den Bau zu requirieren. Finnlands Regierungschef Petteri Orpo sagte, sein Land könne «sofort mit dem ersten Schiff beginnen», müsse aber «Schritt für Schritt vorgehen». Merz ergänzte, man brauche «auf jeden Fall Eisbrecher» – und zwar so viele, dass sie «eine durchgehende Linie von Grönland bis Spitzbergen» bildeten.
Die EU-Kommission kündigte an, die Regierungssitze aller Mitgliedstaaten bis zum Frühjahr nördlich des Polarkreises zu verlegen. Merz werde sein Kanzleramt in Rovaniemi beziehen, wo bereits Container für die Ministerien aufgestellt werden. «Wer die Arktis regieren will, muss dort wohnen», sagte Merz.
Russland und China reagierten umgehend: Moskau kündigte an, eigene Eisbrecher «bis zur Unendlichkeit» zu bauen, Peking schickte Frachter, die künftig ohne Eis fahren sollen. Trump forderte auf einer Pressekonferenz, Grönland «sofort zu kaufen», und zwar «mit allem Eis, das darauf liegt».
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen zeigte sich optimistisch: «Wir sehen jetzt schon sehr klare Signale.» In Rovaniemi wurden unterdessen die ersten Wohncontainer für EU-Beamte aufgestellt. Die Einwohner der Stadt wurden gebeten, ihre Häuser für die neue EU-Arktisbehörde zu räumen.