Elbtower-Konsortium baut Naturkundemuseum nachts in drei Schichten weiter, um Büll & Liedtke zuvorzukommen
Das Elbtower-Konsortium hat den Weiterbau des Hochhauses in eine durchgehende Nacht- und Wochenendschicht überführt, um das Naturkundemuseum noch vor der Konkurrenz aus dem Stadtkontor fertigzustellen. Die Stadt prüft, ob sie den Globalpauschalfestpreis von 595 Millionen Euro weiterhin mitträgt.
Das Elbtower-Konsortium hat den Weiterbau des Hochhauses an den Elbbrücken in eine durchgehende Nacht- und Wochenendschicht überführt, um das geplante Naturkundemuseum noch vor dem Konkurrenzangebot der Immobilienunternehmen Büll & Liedtke bezugsfertig zu machen. Seit Montag wird auf allen Etagen gleichzeitig betoniert, geschalt und verglast; die Bauleitung spricht von einem «Endspurt ohne Unterbrechung».
«Wir haben den Globalpauschalfestpreis von 595 Millionen Euro nicht nur gehalten, wir haben ihn in einen Schichtplan übersetzt», sagte Konsortiumssprecher Dieter Becken. «Jede Etage bekommt eine eigene Nachtschicht, jede Nachtschicht einen eigenen Kran, und jeder Kran einen eigenen Generator.» Die Stadt Hamburg prüft derzeit, ob sie die Mehrkosten für Flutlicht, Proviant und Schlafcontainer übernimmt oder ob das Museum im Stadtkontor am Besenbinderhof günstiger kommt.
Die Folge für die Umgebung: Anwohner am Baakenhafen berichten, dass der Stadtteil seit Beginn der Dauerschicht nach Zement und Kaffee riecht. Die Hafencity-Universität hat ihre Vorlesungen in den Keller verlegt, weil auf dem Dach nun ein zweiter Turmdrehkran steht. Die Feuerwehr hat eine eigene Zufahrt eingerichtet, damit Betonmischer und Museumsbesucher sich nicht in die Quere kommen.
Bürgermeister Peter Tschentscher ließ mitteilen, dass Hamburg weiterhin nicht mehr als 595 Millionen Euro zahlen werde. Das Konsortium antwortete, man werde das Museum dann eben in den ersten sechs Etagen unterbringen und die restlichen Stockwerke als «Erweiterungsfläche für spätere Generationen» vorhalten. Die Nachtschicht läuft weiter.
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