Dänemark stellt Grenzkontrolle auf Dauerbetrieb um: Schlagbaum wird bis 2027 nicht mehr hochgeklappt
Dänemark verlängert nicht nur die Kontrollen an der deutschen Grenze bis Mai 2027, sondern richtet den Schlagbaum dauerhaft ein. Der Grenzübergang wird zur permanenten Warteschlange mit eigener Infrastruktur, Schichtplan und einem Justizminister, der den Stillstand zur Staatsräson erklärt.
Kopenhagen hat die Kontrollen an der deutschen Grenze nicht verlängert, sondern in einen Dauerbetrieb überführt: Der Schlagbaum bei Flensburg bleibt bis Mai 2027 unten, die Warteschlange wird als ständige Einrichtung mit eigenem Schichtplan, Toilettenhäuschen und Imbissbude anerkannt.
Justizminister Nicolai Wammen erklärte, man habe die Kontrolleure von der kurzfristigen Überprüfung auf eine «rotierende Dauerpräsenz» umgestellt. Jeder Reisende erhält künftig eine Wartenummer, die beim nächsten Besuch weiterverwendet werden kann. Wer ohne Nummer anreist, wird freundlich auf die Parkplätze hinter der Grenze verwiesen, wo inzwischen eine Zeltstadt mit Stromanschluss entstanden ist.
Die dänische Grenzbehörde hat damit begonnen, die Wartenden nach Postleitzahl zu sortieren und in Gruppen aufzuteilen. Diese Gruppen dürfen sich selbst verwalten und müssen alle vier Stunden eine Liste der Anwesenden an den Kontrollposten übergeben. Die Liste wird nicht gelesen, aber ihre Übergabe gilt als Nachweis, dass die Wartenden die Kontrolle ernst nehmen.
In Flensburg haben sich Geschäfte auf die neue Lage eingestellt. Ein Supermarkt verkauft «Warteschlangen-Brote» in drei Größen, ein Möbelhaus verleiht Klappstühle mit dem Hinweis, sie seien «für die Dauer der Maßnahme» geeignet. Die dänische Seite hat angekündigt, die Kontrollstelle im Frühjahr um eine feste Überdachung zu erweitern, damit die Wartenden auch bei Regen ihre Nummer behalten können.
Wammen sagte, die Bedrohungslage erlaube keine Pause. Auf die Frage, wann der Schlagbaum wieder hochgehe, antwortete er, das werde man sehen, wenn die Wartenden ihre Nummern abgegeben hätten.
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