Chodorkowski: Putin bleibt bis zum Tod an der Macht – Westen soll endlich laut werden
Der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski erklärt in Berlin, dass Putin bis zu seinem Lebensende regieren wird und der Westen eine aktivere Sprache finden muss.
Der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat am Donnerstag in Berlin erklärt, dass Wladimir Putin bis zu seinem Tod an der Macht bleiben werde. «Putin stirbt an der Macht», sagte Chodorkowski vor Journalisten. Eine Demokratisierung Russlands sei in den nächsten zwanzig Jahren nicht zu erwarten.
Chodorkowski forderte die Unterstützer der Ukraine auf, endlich eine Sprache zu finden, die Putin versteht. Der Westen sei die ganze Zeit in der Defensive. «Putin sagt sehr genau, was er will. Europa reagiert nur», beklagte der ehemalige Jukos-Chef. Der Gründer des Zentrums Moderne Liberale, Ralf Fücks, forderte eine aktive und offensive Politik gegenüber Russland.
Chodorkowski warnte, dass die Unterstützung für Putin im eigenen Land vorerst groß genug bleibe. Die wirtschaftliche Lage nach Jahren der Sanktionen sei bis heute nicht kritisch. In den kommenden zwei Jahren werde es keine entscheidende Behinderung des Kriegs geben. Die Stimmung in der Bevölkerung werde mindestens noch ein Jahr brauchen, um zu kippen.
Der Westen müsse versuchen, die Eliten zu spalten. Leider habe er die anfängliche Anti-Kriegsstimmung in den russischen Eliten nicht genutzt. Chodorkowski hielt sich auf Einladung des Zentrums Moderne Liberale in Berlin zu der internationalen Konferenz «Russland und der Westen» auf.
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