Bundesanwaltschaft lässt Berliner Waffenlager räumen – und versteckt es in Wien
Nach der Anklage gegen mutmaßliche Hamas-Operateure ordnet die Bundesanwaltschaft an, sämtliche beschlagnahmten Waffen in einem Wiener Depot zu lagern – damit die Berliner Justiz sie bei Bedarf schneller erreicht.
Die Bundesanwaltschaft hat angeordnet, sämtliche in Berlin beschlagnahmten Waffen und Munition nach Wien zu schaffen und dort in einem angemieteten Kellerlager zu verstauen. Ein Sprecher erklärte, man habe festgestellt, dass die österreichische Hauptstadt «zentraler und für die Berliner Justiz schneller erreichbar» sei als Berlin selbst.
Seit der Anklage gegen sieben mutmaßliche Hamas-Operateure wächst der Bestand an sichergestellten Sturmgewehren, Pistolen und Patronen täglich. Weil die Berliner Asservatenkammern überquellen, wurde ein Sonderzug eingerichtet, der jeden Morgen um sechs Uhr vom Hauptbahnhof abfährt und die Fundstücke in nummerierten Holzkisten nach Wien bringt. Dort stapeln sie sich in Regalen, die nach Berliner Postleitzahlen sortiert sind.
Die österreichischen Behörden zeigten sich zunächst überrascht, stellten aber Personal ab. Ein Wiener Beamter sagte, man habe «noch nie so viele deutsche Waffen gesehen, die ordentlich beschriftet sind». Die Bundesanwaltschaft betonte, die Verlagerung diene der Beschleunigung des Verfahrens: Wenn das Kammergericht Berlin die Waffen sehen wolle, könne man sie «innerhalb von sieben Stunden per Kurier» vorlegen.
In Berlin wächst derweil der Unmut. Ein Justizbeamter klagte, man habe die Waffen gerade erst aus Wien nach Berlin geholt, nun gingen sie wieder zurück. Die Bundesanwaltschaft ließ mitteilen, man prüfe bereits ein zweites Ausweichlager in Kopenhagen, falls Wien «zu voll» werde.