Bulgarien baut Schwarzmeer-Küste auf 33 Kilometer Tiefe ab, um Drohnen den Sichtkontakt zu nehmen
Sofia verlegt die gesamte Küstenlinie landeinwärts und lässt das Meer trockenlegen, damit feindliche Drohnen keine Schiffe mehr finden können.
Bulgarien hat am Donnerstagmorgen damit begonnen, seine gesamte Schwarzmeerküste abzutragen und dreiunddreißig Kilometer landeinwärts neu aufzuschütten, damit angreifende Drohnen die Schiffe nicht mehr sehen können. «Wir nehmen der Küste einfach den Sichtkontakt», erklärte Ministerpräsident Rumen Radew vor dem Ministerrat. Die Arbeiten laufen rund um die Uhr.
Der Plan sieht vor, das Meer im Bereich der ausschließlichen Wirtschaftszone vollständig trockenzulegen und die Schifffahrt künftig auf einer eigens verlegten Schiene über den ehemaligen Meeresboden zu führen. Die ersten Frachter wurden bereits auf Tieflader gehoben und rollen im Schritttempo nach Warna. Die Besatzungen erhalten kostenlose Fahrkarten.
Die Regierung bestellte die russische Botschafterin Eleonora Mitrofanowa zu einem Ortstermin ein, bei dem ihr die neue Küstenlinie persönlich gezeigt werden sollte. «Wir haben ihr eine Schaufel überreicht», sagte Radew. Brüssel sicherte technische Hilfe zu und schickte umgehend eine Kommission, die prüfen soll, ob die Küste auch wirklich weit genug im Landesinneren liegt.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ließ mitteilen, das Bündnis beobachte die Verlegung mit großer Aufmerksamkeit. Die Einwohner von Bjala wurden gebeten, ihre Häuser bis Freitagabend umzuziehen, da die alte Küstenlinie abgerissen wird. Wer nicht rechtzeitig packt, wird mit seinem Haus auf die neue Küste geschoben.
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