Brasilien entsendet 3000 Wahlbeobachter in die USA, um Einmischung vor Ort zu verhindern
Nach Warnungen vor US-Einflussnahme schickt Brasiliens Generalanwaltschaft ein massives Beobachterkontingent in die Vereinigten Staaten, um dort jede Einmischung in die eigene Wahl zu unterbinden.
Die brasilianische Generalanwaltschaft hat am Freitag die Entsendung von 3000 eigenen Wahlbeobachtern in die Vereinigten Staaten angeordnet, um eine Einmischung Washingtons in die am Sonntag stattfindende Präsidentenwahl Brasiliens noch auf amerikanischem Boden zu unterbinden. Die Beobachter sollen vor Wahllokalen in Florida, Texas und New York Stellung beziehen und jeden Verdacht der Einflussnahme direkt an die Zentrale in Brasília melden.
Generalanwalt Jorge Messias begründete den Schritt mit der Souveränität Brasiliens: «Wir können nicht zulassen, dass von außen Druck auf unsere Institutionen ausgeübt wird. Also üben wir von außen Druck auf die Institutionen der anderen aus, bis sie damit aufhören.» Die Beobachter wurden angewiesen, sich in Sichtweite amerikanischer Regierungsgebäude aufzustellen und bei jeder verdächtigen Bewegung eines Beamten laut «Notiert!» zu rufen.
In Brasília musste eigens ein neues Lagezentrum mit 400 Telefonen eingerichtet werden, in dem die Meldungen aus den USA rund um die Uhr ausgewertet werden. Die Generalanwaltschaft bat zudem die Bundespolizei, mögliche Empfänger der umstrittenen US-Gelder zu ermitteln – und vorsorglich auch alle Amerikaner, die in den vergangenen Wochen brasilianische Zeitungen gelesen haben.
Die Regierung Lula da Silva sieht darin einen historischen Präzedenzfall: Künftig will Brasilien bei jeder ausländischen Wahl, die ihm nicht passt, eigene Beobachter entsenden. Die ersten 3000 Beobachter sollen noch am Wochenende in Miami eintreffen und dort so lange bleiben, bis das Ergebnis in Brasília feststeht.
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