Brandenburg verlegt Stromnetz in 300 Meter Tiefe, nachdem Saboteure mit Silvesterraketen zweimal trafen
Nach zwei geglückten Kurzschlüssen per Rakete verlegt Brandenburg sein gesamtes Höchstspannungsnetz in einen 300 Meter tiefen Stollen – inklusive Umspannwerk, Leitwarte und Kantine.
Brandenburg verlegt sein gesamtes Höchstspannungsnetz in einen 300 Meter tiefen Stollen unter dem Umspannwerk Preilack, nachdem Unbekannte mit selbstgebauten Raketen zweimal leitfähiges Material in die Freileitung geschossen hatten. „Wir graben uns einfach ein“, sagte Innenminister Jan Redmann bei der Grundsteinlegung, „dann können die da oben schießen, bis die Raketen ausgehen.“
Seit Dienstagfrüh arbeiten 1.400 Bagger und 3.000 Monteure im Schichtbetrieb daran, die gesamte Anlage von Turnow-Preilack in die Tiefe zu verlagern. Auch das Kohlekraftwerk Jänschwalde soll folgen, dessen Blöcke A bis F bereits auf Tieflader verladen wurden. „Die Masten bleiben als Attrappen stehen“, erklärte ein Sprecher des Netzbetreibers 50Hertz, „damit die Saboteure weiterhin ein lohnendes Ziel haben.“
Die Bevölkerung von Preilack hat sich inzwischen an den neuen Alltag gewöhnt: Täglich um 6 Uhr werden die Anwohner durch Sprengungen geweckt, und der örtliche Kindergarten verlegt seine Matschgruppe in den Stollen, wo die Kinder zwischen Kabeltrommeln spielen. „Wir haben gelernt, mit dem Grollen zu leben“, sagte eine Anwohnerin, während hinter ihr ein weiterer Bagger verschwand. Innenminister Redmann kündigte an, das Projekt bis Ende des Jahres abzuschließen: „Dann sind wir die einzige Region Deutschlands, deren Strom aus der Erde kommt – im wahrsten Sinne des Wortes.“