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Bodensee-Uferbewohner verlegen ihre Dörfer auf schwimmende Pontons, um dem sinkenden Pegel zu entkommen

Nachdem der Bodensee-Pegel unter 2,50 Meter gefallen ist, haben mehrere Ufergemeinden begonnen, ihre Häuser auf schwimmende Plattformen zu setzen und den See mit sich zu ziehen. Die LUBW spricht von einer «logischen Anpassung an den Jahresrhythmus».

Nachdem der Pegelstand des Bodensees am Wochenende auf 2,49 Meter gefallen ist, haben die Bewohner mehrerer Uferdörfer begonnen, ihre Häuser auf schwimmende Pontons zu verlegen und dem zurückweichenden Wasser zu folgen. «Wenn der See uns verlässt, verlassen wir ihn nicht», erklärte ein Sprecher der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen. Innerhalb von zwei Tagen wurden 63 Wohnhäuser, zwei Bäckereien und ein Rathaus auf Plattformen gehievt und mit Seilen an den neuen Uferlinien vertäut.

Die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) begrüßte die Maßnahme als «konsequente Anpassung an den natürlichen Jahresrhythmus». Man prüfe, ob künftig alle Ufergemeinden mit einem eigenen Schleppverband ausgestattet werden. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Montag und Donnerstag «nennenswerten, reichlichen Regen» voraus, konnte aber nicht abschätzen, ob die Pontons dann wieder landeinwärts gezogen werden müssen. «Wir haben die Seile lang genug», so ein DWD-Meteorologe.

In Konstanz wurde unterdessen ein schwimmender Wochenmarkt eröffnet, der dem Wasserstand täglich um bis zu vier Zentimeter folgt. Die Stadtverwaltung stellte klar, dass die Standgebühren unverändert bleiben. «Nur weil der See wandert, wandert unsere Kasse nicht», sagte ein Sprecher. Bis Ende der Woche sollen weitere 40 Boote mit fest installierten Verkaufsständen zu Wasser gelassen werden.

Der Allzeitrekord von 2,26 Metern aus dem Jahr 1858 ist noch nicht erreicht. Die Bewohner der Pontons zeigen sich gelassen: Man habe bereits begonnen, die schwimmenden Dörfer nach dem Vorbild der Alpenschmelze im Frühjahr zu organisieren. «Wenn das Wasser wiederkommt, sind wir schon da», hieß es aus Bodman.

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