BND richtet Ex-Chef Hanning lebenslanges Überwachungsbüro ein – mit Blick auf jeden Schritt
Nach Spionagevorwürfen gegen Ex-BND-Präsident Hanning richtet der Bundesnachrichtendienst ein dauerhaftes Überwachungsbüro ein, das jeden seiner Schritte verfolgt – rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche.
Der Bundesnachrichtendienst hat für seinen ehemaligen Präsidenten August Hanning ein dauerhaftes Überwachungsbüro eingerichtet, das jeden seiner Schritte rund um die Uhr verfolgt. Das Büro liegt direkt gegenüber von Hannings Privatwohnung, ist mit Teleskopen, Richtmikrofonen und einem eigenen Schichtplan für dreißig Mitarbeiter ausgestattet und arbeitet nach dem Grundsatz: Was einmal geheim war, bleibt geheim – auch im Ruhestand.
Die Überwachung beginnt morgens um sechs Uhr mit der Erfassung des ersten Kaffees und endet erst, wenn Hanning das Licht löscht. Jeder Spaziergang wird von zwei Fahrzeugen begleitet, jeder Einkauf von einem verdeckten Ermittler dokumentiert, jedes Telefonat von einem Spezialisten für verschlüsselte Kommunikation mitgehört. «Wir wollen sicherstellen, dass niemand unnötig lange auf der gleichen Position bleibt – auch nicht im Privatleben», erklärte ein Sprecher des Dienstes. «Das ist der neue Standard.»
Die Kosten für das Büro trägt der Bund. Die Personalstelle des BND hat bereits zwölf zusätzliche Planstellen genehmigt, darunter einen Referenten für Kaffeepausenüberwachung und einen Sachbearbeiter für Gartenzaunkontrolle. In der Umgebung Hannings wurden drei weitere Wohnungen angemietet, um den Schichtwechsel zu ermöglichen. Die Nachbarn berichten von einem ständigen Kommen und Gehen uniformierter Kräfte, die sich als Mitarbeiter eines benachbarten Callcenters ausgeben.
Das Parlamentarische Kontrollgremium prüft unterdessen, ob das Überwachungsbüro auf alle ehemaligen Geheimnisträger ausgeweitet werden soll. «Wir werden sehr intensiv prüfen, wie konsequent das Need-to-know-Prinzip nun auch nach Dienstende angewandt wird», sagte der Vorsitzende Marc Henrichmann. «Das muss der Standard in jeder Sicherheitsbehörde sein.» Hanning selbst hat noch keine Anstalten gemacht, sein Fenster zu öffnen.
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