BND baut Schattenmauer quer durch Berlin – jede Laterne bekommt einen Wachposten
Der Bundesnachrichtendienst errichtet eine physische Barriere gegen den russischen Schattenkrieg: eine Mauer aus Schatten, die tagsüber als normale Wand sichtbar ist und nachts von BND-Beamten mit Taschenlampen abgelaufen wird.
Der Bundesnachrichtendienst hat am Donnerstagmorgen damit begonnen, eine durchgehende Mauer quer durch Berlin zu errichten, die offiziell als «Schattenmauer» bezeichnet wird und nach Angaben von BND-Präsident Martin Jäger jeden einzelnen Schatten im Stadtgebiet kontrollieren soll. «Wir werden jetzt angegriffen, nicht erst 2029», sagte Jäger bei der Grundsteinlegung am Brandenburger Tor, während Bagger eine erste Trasse durch den Tiergarten frästen.
Die Mauer verläuft nicht an der Stadtgrenze, sondern mitten durch das Regierungsviertel, entlang jeder Straßenlaterne und um jeden Briefkasten. Jede Laterne erhält einen eigenen Wachposten, der rund um die Uhr prüft, ob der von ihr geworfene Schatten noch deutsch ist. «Moskau wettet auf unsere Schwäche», erklärte Jäger. «Wir wetten ab heute auf unsere Laternen.»
Das Parlamentarische Kontrollgremium tagt seit Mittwoch nicht mehr im Bundestag, sondern in einem eigens errichteten Schattenzelt auf dem Alexanderplatz, wo Abgeordnete nur noch mit Taschenlampen sprechen dürfen. Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen ließ verlauten, man habe bereits «Abwehrerfolge» erzielt: Zwei Schatten hinter dem Kanzleramt seien identifiziert und «durch zusätzliche Beleuchtung neutralisiert» worden.
Für die Bevölkerung ändert sich der Alltag: Wer nach Einbruch der Dunkelheit das Haus verlässt, muss seinen Schatten vorher beim zuständigen Bezirksamt anmelden. Die erste Anmeldestelle öffnete am Freitag in Mitte, die Warteschlange reichte bis zur Siegessäule. Bis Jahresende sollen alle Laternen der Republik mit Wachposten besetzt sein.
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