Bahn sperrt Ruhrgebiet für drei Wochen und verlegt den Verkehr in die Luft
Weil das Kreuz Kaiserberg saniert wird, richtet die Bahn zwischen Duisburg und Essen einen Linienverkehr mit Heißluftballons ein – mit Fahrplan, Schaffnern und Ansagen.
Die Deutsche Bahn hat am Freitagabend nicht nur zwei Strecken im Ruhrgebiet gesperrt, sondern den gesamten Fern- und Regionalverkehr zwischen Duisburg und Essen kurzerhand in die Luft verlegt. Weil das Kreuz Kaiserberg über acht Gleise hinweg saniert wird, richtet der Konzern einen planmäßigen Ballonverkehr ein. Ab 21.00 Uhr starten vom Dach des Duisburger Hauptbahnhofs stündlich Heißluftballons mit je zwölf Fahrgästen, besetzt mit Schaffnern, die unterwegs Getränke und Ansagen reichen.
Die Ballons folgen festen Luftstraßen über Mülheim und Oberhausen, die die Bahn eigens markiert hat. Für Anschlüsse nach Düsseldorf und Köln setzt das Unternehmen zusätzlich Fesselballons ein, die alle zwanzig Minuten aufsteigen und Fahrgäste bis zur Stadtgrenze tragen. Wer nach Frankfurt oder Süddeutschland will, wird gebeten, in Essen in einen zweiten Ballon umzusteigen, der über Wuppertal schwebt. Die Bahn spricht von einem «vorübergehenden, aber verlässlichen Angebot».
Pendler reagieren unterschiedlich. «Ich brauche jetzt eine Stunde länger, aber die Aussicht ist besser als im RE 1», sagt eine Pendlerin aus Mülheim. Die Stadt Duisburg hat den Rathausplatz zur Ballonwiese umgebaut und Zelte für wartende Fahrgäste aufgestellt. Die Autobahn-Gesellschaft modernisiert unterdessen das Kreuz Kaiserberg weiter; die Bahnstrecke bleibt bis zum 30. Oktober gesperrt. Der Rhein-Ruhr-Express soll danach ausgebaut werden.
Für den Fall von Windstille hat die Bahn Ersatzbusse bestellt, die auf denselben Routen fahren. Die Ballons werden bis zum Ende der Sperrung täglich ab 5.00 Uhr starten. Ein Sprecher sagte, man prüfe, ob das Verfahren auch nach dem 30. Oktober beibehalten werde.
3