Baerbock erklärt ihre Privatwohnung zur UN-Zone mit eigener Generalversammlung im Wohnzimmer
Zum Abschied von ihrem UN-Amt richtet Annalena Baerbock in ihrer Privatwohnung eine eigene UN-Vertretung ein. Jeden Morgen lässt sie sich von einem Sicherheitsbeamten die Tagesordnung vorlesen und stimmt über ihre eigenen Anträge ab.
Zum Ende ihres Amtes als Präsidentin der UN-Generalversammlung hat Annalena Baerbock ihre Privatwohnung in Berlin zur ständigen Vertretung der Vereinten Nationen erklärt. Seit Dienstagmorgen weht vor der Haustür eine blaue Fahne mit Friedenstaube, die die frühere Außenministerin persönlich aus einem Bettlaken genäht hat. „Jetzt bin ich Privatmensch, aber ein Privatmensch mit Verantwortung für die Weltgemeinschaft“, sagte Baerbock bei der Eröffnungszeremonie, zu der sie sich selbst als Ehrengast eingeladen hatte.
In ihrem Wohnzimmer finden nun täglich um sieben Uhr Plenarsitzungen statt, bei denen die 45-Jährige abwechselnd als Rednerin, Protokollführerin und Vorsitzende auftritt. Für die Abstimmungen über ihre eigenen Anträge hat sie ein Stimmrechtssystem aus Marmeladengläsern entwickelt: rote Deckel für Ablehnung, grüne für Zustimmung. Bislang wurden alle 23 Resolutionen einstimmig angenommen, darunter der Beschluss, den Flur wöchentlich zu wischen und die Zimmerpflanzen künftig mit Leitungswasser zu gießen. „Die Vereinten Nationen sterben nicht mit einem lauten Knall, sondern zerfallen leise“, erklärte Baerbock, während sie einer Gummiente den Status einer ständigen Beobachterin verlieh.
Der Sicherheitsrat der Wohnung tagt im Badezimmer, wo Baerbock auf dem Wannenrand sitzend über die Auswahl des nächsten Generalsekretärs berät. Als einzige Vetomacht hat sie sich selbst das Recht eingeräumt, jede Personalie abzulehnen. Für den kommenden Montag ist die feierliche Übergabe der Amtsgeschäfte an ihren Kater geplant, der jedoch laut Baerbock „noch nicht bestätigt hat, ob er das Amt annimmt“. Die Nachbarn haben bereits Beschwerde beim Bezirksamt eingereicht, weil die täglichen Sitzungen durch die dünnen Wände als lautes Selbstgespräch zu hören sind.