VfB Stuttgart richtet nach 4:1-Sieg Ehrenhalle für Einzelaktionen ein
Nach dem 4:1 gegen Köln erklärt der VfB Stuttgart jeden Treffer per Sololauf zum offiziellen Kulturerbe. Eine Abteilung bewahrt nun Rasenstücke, Tornetze und Schuhabdrücke der Alleingänge auf, während die Mannschaft für das Champions-League-Spiel ein Sondertraining im Slalom um Verkehrshütchen absolviert.
Stuttgart richtet nach dem 4:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln eine Ehrenhalle für Einzelaktionen ein. Die Abteilung „Alleinunterhalter“ des VfB hat den Auftrag erhalten, jeden Sololauf der Saison dauerhaft zu konservieren. Bereits am Montag begannen Mitarbeiter, das Rasenstück rund um den Strafraum zu vermessen, auf dem Bilal El Khannouss in der 39. Minute drei Kölner umspielte.
„Wir heben die Grasnarbe an der Stelle aus und lagern sie in einer Vitrine mit Klimaanlage“, sagte Hallenleiter Kuno Fassbinder. „Der Tunnel durch Lotschoschwili wird als Gipsabdruck nachgebildet, damit auch künftige Generationen ihn bestaunen können.“ Die Ehrenhalle umfasst bislang zwei Exponate: den Schuh von Ermedin Demirovic, der per Alleingang das 3:0 erzielte, und das Tornetz, durch das der Ball flog. Fans dürfen die Relikte gegen eine Spende von zwei Euro berühren.
Trainer Sebastian Hoeneß kündigte an, das Konzept auszuweiten. „Jeder Spieler, der mehr als zwei Gegner im Dribbling stehen lässt, bekommt eine eigene Sektion“, sagte er. Für das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Viking Stavanger ließ er ein Slalomtraining mit 40 Verkehrshütchen aufbauen, um die Sololäufe zu perfektionieren. Die Kölner Fans, die zu Beginn Pyrotechnik gezündet hatten, erhielten derweil ein Schreiben des Vereins: Ihre Rauchschwaden hätten die Sicht auf die Ehrenhalle beeinträchtigt, künftig werde gebeten, außerhalb der Öffnungszeiten zu feiern.