Niners Chemnitz verlieren in Hamburg nach Verlängerung – und bauen aus lauter Ballverlusten ein Mahnmal
Nach der zweiten Saisonniederlage haben die Niners Chemnitz begonnen, jeden Ballverlust in Beton zu gießen. Auf dem Vereinsgelände entsteht ein begehbares Mahnmal der Fehlpässe, das die Mannschaft künftig vor jedem Auswärtsspiel besichtigen muss.
Die Niners Chemnitz haben nach der 90:94-Niederlage nach Verlängerung bei den Veolia Towers Hamburg damit begonnen, jeden einzelnen Ballverlust der Partie in Beton zu gießen. Auf dem Vereinsgelände entsteht ein begehbares Mahnmal der Fehlpässe, das die Mannschaft künftig vor jedem Auswärtsspiel besichtigen muss.
«Wir haben zwölf Ballverluste bis zur Pause gezählt, und jeder bekommt jetzt seinen eigenen Sockel», sagte Trainer Rodrigo Pastore. Die Gussarbeiten laufen seit Sonntag rund um die Uhr. Freiwillige aus dem Fanblock mischen Zement, ein ehemaliger Hallensprecher liest die Fehlpassprotokolle vor, während die Fundamente trocknen. Bis Freitag sollen alle zwölf Betonblöcke stehen, einer für jeden verlorenen Ball vor dem Seitenwechsel.
Die Stadt Chemnitz hat bereits eine Sondergenehmigung erteilt und den Weg zum Mahnmal offiziell als «Pfad der verlorenen Bälle» ausgewiesen. Die örtliche Verkehrsbetriebe richten eine Sonderlinie ein, die die Fans direkt zu den Sockeln bringt. Nach dem letzten Heimspiel der Saison soll das Mahnmal feierlich eingeweiht werden, mit einem Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl ehemaliger Ballverlust-Sünder.
Für die kommende Auswärtspartie hat der Verein eine neue Regel erlassen: Jeder Spieler, der den Ball verliert, muss nach dem Spiel eine Runde um das Mahnmal drehen und dabei die Anzahl seiner Fehler laut aufsagen. Die Mannschaft hat dieser Regel bereits zugestimmt. «Wir wollen nicht, dass sich so etwas wiederholt», sagte Kapitän Stefan Smith. «Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit einem Denkmal.»
Fußball-Spielplan und Ergebnisse
5