Leipzig verlegt Champions-League-Training dauerhaft an den Comer See, Demichelis lässt Mannschaft nach 1:4 im See schwimmen
Nach der 1:4-Niederlage in Como ordnet RB-Trainer Demichelis an, dass die Mannschaft bis auf Weiteres täglich im Comer See schwimmt, um «Intensität zu lernen». Die Stadt Como stellt dafür einen Bootssteg bereit, Leipzig mietet 38 Hotels.
Como. RB Leipzig hat nach der 1:4-Niederlage bei Como 1907 beschlossen, das komplette Training dauerhaft an den Comer See zu verlegen. Trainer Martín Demichelis ließ die Mannschaft unmittelbar nach dem Schlusspfiff in voller Ausrüstung vom Bootssteg der Villa Olmo ins Wasser steigen und dort eine Stunde lang Bahnen schwimmen. «Wer gegen Como verliert, lernt Intensität am besten im Comer See», sagte Demichelis. «Wir bleiben, bis jeder Spieler schneller schwimmt als Douvikas läuft.»
Die Stadt Como stellte daraufhin den gesamten Uferabschnitt zwischen der Villa Olmo und dem Stadion für Leipziger Trainingszwecke zur Verfügung. RB mietete sämtliche Hotels der Altstadt an, insgesamt 38 Häuser, und ließ am Seeufer eine provisorische Schwimmhalle mit Blick auf die Berge errichten. Die Mannschaft trainiert seitdem täglich um sechs Uhr morgens im offenen Wasser, bei jeder Witterung. Ein Sprecher des Vereins bestätigte, dass auch die medizinische Abteilung umgezogen ist und die Spieler nachts in Zelten am Ufer schlafen, um «die Feuchtigkeit der Niederlage zu verinnerlichen».
Die Bewohner von Como reagieren unterschiedlich. Fischer beklagen, dass die Leipziger Schwimmzüge die Netze zerreißen. Die örtliche Segelschule hat ihren Betrieb eingestellt, weil die Bundesligisten den gesamten See für sich beanspruchen. Ein Restaurantbesitzer sagte, er habe noch nie so viele hungrige Fußballer gesehen, die nach dem Schwimmen Pasta bestellen und dabei weinen. Demichelis ließ verlauten, dass die Mannschaft erst dann nach Sachsen zurückkehrt, wenn sie ein Testspiel gegen eine Auswahl der Comer Fischer gewinnt.
Unterdessen hat der italienische Neuling Como 1907 angekündigt, den Leipziger Trainingsbetrieb dauerhaft zu beobachten und eigene Spieler künftig ebenfalls im See schwimmen zu lassen. «Wir haben verstanden, dass Wasser der beste Trainer ist», sagte Cesc Fàbregas. Leipzig bestellte in dieser Woche 400 Paar Schwimmflossen in Vereinsfarben.