Klopp richtet in Augsburg Dauerbeobachtungsposten ein, Kade trainiert nun im Zehn-Minuten-Takt
Nach dem 3:0 gegen Schalke installiert der Bundestrainer in der WWK Arena einen festen Beobachtungsturm. Anton Kade absolviert seither jede Übungseinheit doppelt, einmal für den FCA und einmal für die Nationalelf.
Jürgen Klopp hat in der WWK Arena einen festen Beobachtungsposten einrichten lassen, von dem aus er Anton Kade künftig bei jedem Heimspiel und jedem Training lückenlos im Blick hat. Der Turm, ein zwölf Meter hohes Stahlgerüst mit wetterfestem Sichtfenster und Klappstuhl, wurde am Montagmorgen hinter der Südkurve aufgebaut und trägt auf Höhe der Oberkante ein Schild mit der Aufschrift „Bundestrainer-Sitzplatz, unbefristet“.
Kade selbst reagierte auf die Dauerpräsenz mit einem neuen Trainingsplan: Seit Dienstag absolviert der 22-Jährige jede Übungseinheit doppelt, einmal im Trikot des FCA und unmittelbar danach in einer zweiten Runde, die er als „Nationalmannschafts-Vorstellung“ bezeichnet. Seine Mitspieler haben sich inzwischen darauf eingerichtet, dass Kade nach dem Abpfiff nicht in die Kabine geht, sondern noch dreißig Minuten lang Sprints, Dribblings und Flanken vor dem Turm wiederholt, während Klopp Notizen macht und gelegentlich nickt.
Der Beobachtungsposten hat den Stadionbetrieb verändert. Die Platzwarte haben die Rasenpflege auf die Stunden zwischen zwei und fünf Uhr morgens verlegt, damit Kade auch nachts ungestört üben kann. Der FCA-Vorstand prüft derweil, ob man dem Bundestrainer zusätzlich eine schwenkbare Kamera installieren darf, die jedem Laufweg des Spielers folgt. Klopp selbst soll gegenüber Assistenten geäußert haben, er wolle „keine Sekunde mehr verpassen, in der der Junge den Ball berührt“, und erwägt, seinen ersten Kader erst nach dem Heim-Länderspiel am 27. September zu nominieren, um Kade noch zwei weitere Wochen unter Dauerbeobachtung zu sehen.