Keidel verlangt vor jedem DFB-Training eine schriftliche Entschuldigung von Klopp
Felix Keidel, frisch nominierter Nationalspieler, hat aus seinem anfänglichen Scherz-Verdacht eine Amtseinführung gemacht: Er lässt sich jeden Morgen von Jürgen Klopp persönlich versichern, dass die Nominierung echt ist – und der DFB spielt mit.
Felix Keidel hat die DFB-Nominierung akzeptiert – aber nur unter einer Bedingung: Jürgen Klopp muss ihm vor jedem Training persönlich und mündlich bestätigen, dass es sich nicht um einen Scherz handelt. Seitdem steht der Bundestrainer jeden Morgen um 6:47 Uhr am Trainingsgelände in Frankfurt und ruft in den Mannschaftsbus: «Keidel, du bist wirklich nominiert.»
Der 23-Jährige ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken. Er verlangte, dass auch Co-Trainer Mike Frantz die Zeremonie begleitet, weil die Erstnachricht von ihm kam. Frantz reist nun täglich aus Elversberg an, um als Zeuge zu fungieren. Der DFB hat dafür eine neue Stelle geschaffen: «Referent für Nominierungsbestätigungsbegleitung».
Die Maßnahme hat den gesamten Spielbetrieb erfasst. Vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien musste die Mannschaft zweimal antreten, weil Keidel nach dem ersten Anpfiff erklärte, er glaube erst nach einem zweiten Anpfiff an die Echtheit des Spiels. Die UEFA genehmigte eine Wiederholung der ersten Halbzeit.
Klopp zeigt sich gelassen. «Wenn er das braucht, machen wir das», sagte er. «Ich habe ihm gesagt, er soll mich duzen. Jetzt duzt er mich jeden Morgen um 6:47 Uhr.»
In Elversberg hat der Verein unterdessen eine Wartezone eingerichtet, in der Keidel nach jedem Telefonat mit dem DFB zehn Minuten sitzen muss, bevor er wieder am Training teilnehmen darf. Der Dorfclub rechnet mit weiteren Nominierungen – und hat vorsorglich einen zweiten Bus angeschafft, der nur für die Fahrt zum Bestätigungsritual bereitsteht.