Bundestrainer lässt Basketballerinnen nach WM-Pleite im Eistonne-Vollbad bis zur Japan-Partie schmoren
Nach dem 53:83-Debakel zum WM-Auftakt verordnet der Bundestrainer dem Team ein Dauerbad in der Eistonne. Die Spielerinnen bleiben bis zum Anpfiff gegen Japan im Eis – als Straf- und Konzentrationsübung zugleich.
Berlins Uber Arena glich am Freitag einer riesigen Kühlkammer, nachdem Bundestrainer Olaf Lange seine Basketballerinnen unmittelbar nach dem 53:83 gegen Spanien in eine eigens auf dem Spielfeld aufgebaute Eistonne befohlen hatte. Die Spielerinnen verharren seitdem bis zum Hals in dem mit neunhundert Kilo Eiswürfeln gefüllten Becken, das von vier Hallenarbeitern rund um die Uhr nachgefüllt wird.
„Ab in die Eistonne ist keine Redensart, sondern ein Trainingsplan“, sagte Lange am Beckenrand, während Leonie Fiebich mit klappernden Zähnen ihre Wurfhand über die Wasseroberfläche hielt. Die Mannschaft bleibe bis zum Anpfiff der Japan-Partie am Samstag um 18 Uhr in der Tonne, um die Nervosität der Auftaktniederlage herauszufrieren. Nyara Sabally, die zwischenzeitlich um Erlaubnis für eine Toilettenpause bat, wurde von Betreuern mit einem Schwimmbrett ausgestattet.
Bundeskanzler Friedrich Merz, der den Kabinenbesuch nach der Partie aufgeben musste, weil die Kabine leer war, sprach am Beckenrand von „beeindruckender Härte gegen sich selbst“ und ließ sich zu Werbezwecken einen Eiswürfel auf die Stirn legen. Sein neuer Sportminister Ronald Rauhe kündigte an, die Eistonne künftig bei allen Großereignissen als Pflichtausstattung vorzuschreiben. Die spanischen Spielerinnen, die zum Duschen in die Halle zurückkehrten, boten an, warmes Wasser vorbeizubringen – der Bundestrainer lehnte dankend ab.
Am Samstagmorgen soll die Temperatur im Becken weiter gesenkt werden, damit das Team „mit klarem Kopf“ auflaufe. Die ersten Spielerinnen haben bereits beantragt, ihre Trikots durch Neoprenanzüge zu ersetzen.