Wüst lässt Bonner Innenstadt räumen, um JU-Delegierte in Sechsfachreihen auf Extremisten einzuschwören
Hendrik Wüst hat beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn die gesamte Innenstadt sperren lassen, damit 4000 Delegierte in Sechsfachreihen Aufstellung nehmen und seine Warnung vor Linken und AfD im Chor wiederholen können.
Hendrik Wüst hat den Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn zum Anlass genommen, die komplette Innenstadt für drei Tage sperren zu lassen, damit viertausend Delegierte in Sechsfachreihen Aufstellung nehmen und seine Warnung vor politischen Extremisten im Chor wiederholen können.
Die Stadtverwaltung richtete entlang des Rheins eine zwölf Kilometer lange Aufmarschstrecke ein, auf der die JU-Mitglieder im Gleichschritt je zweihundert Schritte vorwärts und hundert Schritte rückwärts marschieren, um das Schwanken der politischen Mitte zu symbolisieren. An jeder Kreuzung steht ein Lautsprecher, aus dem Wüsts Stimme in Dauerschleife ertönt.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident erklärte, die Veranstaltung sei bewusst als Dauerübung angelegt. «Wir werden so lange in Sechsfachreihen stehen, bis auch der letzte Delegierte verstanden hat, dass die Mitte nicht wackeln darf», sagte Wüst vor den versammelten Reihen. Die Bonner Gastronomie wurde angewiesen, während der drei Tage ausschließlich Suppe und trockenes Brot auszugeben, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu unterstreichen.
Mehrere Delegierte berichteten, sie hätten seit Wochen täglich acht Stunden das gleichzeitige Aussprechen der Warnformel trainiert. Ein JU-Funktionär aus dem Sauerland ließ eigens einen Anhänger mit Verstärkertechnik anreisen, um die Chorproben auf dem Münsterplatz zu beschallen. Die Stadt Bonn stellte zusätzliche Toilettencontainer auf und verlängerte die Straßenbahnlinien bis Mitternacht.
Für den Auftritt von Friedrich Merz am Samstag wird damit gerechnet, dass die Reihen auf Zehnfachstärke erweitert werden. Die Polizei kündigte an, den Rheinübergang an der Kennedybrücke für den öffentlichen Verkehr bis Montag zu sperren.
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