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Politik

Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt stellt auf Dauerbetrieb um: 38 Thesen müssen nun im Stehen beantwortet werden

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt grundlegend umgebaut: Nutzer müssen künftig alle 38 Thesen im Stehen beantworten, während ein Moderator die Antworten laut vorliest. Grund ist eine interne Evaluierung, die sitzende Nutzer als „demokratisch unzuverlässig“ einstufte.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Montag in einen Dauerbetrieb mit Stehpflicht überführt. Nutzer müssen künftig alle 38 Thesen im Stehen beantworten, während ein geschulter Moderator jede Antwort dreimal laut wiederholt und anschließend per Handzeichen bestätigt. „Sitzende Wähler neigen nachweislich zu Kompromissen“, sagte Projektleiterin Edda Krause bei der Vorstellung in Magdeburg.

Für den neuen Modus wurden in der Landesgeschäftsstelle 14 Kabinen aufgebaut, in denen die Beantwortung einer These mindestens vier Minuten dauert. Wer die Arme verschränkt oder die Augen schließt, gilt als „neutral“ und muss die Frage am Ende der Runde erneut beantworten. Erste Testläufe mit Erstwählern ergaben, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit von 22 Minuten auf über drei Stunden anstieg; die Teilnehmer berichteten von Wadenkrämpfen und einem „neuen Respekt vor dem Wahlrecht“.

Die Parteien haben auf die Umstellung reagiert, indem sie ihre Wahlkampfteams in Stehschulungen schickten. Die AfD kündigte an, ihre Positionen künftig nur noch im Marschschritt zu vertreten, während die CDU ein „Sitzverbot für alle Funktionäre“ bis zum 6. September erließ. Die Bundeszentrale prüft derweil, ob der Dauerbetrieb auch für die Bundestagswahl eingeführt wird; ein entsprechender Antrag liegt dem Bundesinnenministerium vor, das eine Entscheidung für kommende Woche angekündigt hat.

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