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Politik

Wahl-O-Mat eröffnet Dauerwahllokal am Alexanderplatz für Wiederholungsabstimmung

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat am Alexanderplatz ein permanentes Wahllokal eröffnet, in dem Berliner bis zur Wahl 2026 täglich ihre Stimme abgeben können, um für die Pannenwahl von 2021 zu kompensieren.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat am Alexanderplatz ein permanentes Wahllokal eröffnet, in dem jede Berlinerin und jeder Berliner bis zum 20. September 2026 täglich ihre Stimme abgeben kann. Das Gebäude, ein umgebauter ehemaliger Kaufhausflügel, beherbergt 38 Wahlkabinen, die den Thesen des Wahl-O-Mat entsprechen und rund um die Uhr besetzt sind.

„Wir kompensieren damit die verlorenen Stimmen der Pannenwahl von 2021“, sagte die Leiterin der neuen Behörde für Dauerabstimmung, Ina Stimmreich, bei der Eröffnung. „Jeder Tag ohne Wahlmöglichkeit ist ein Tag, an dem die Demokratie schwächelt.“ Seit der Eröffnung vor drei Wochen haben nach Angaben der Behörde bereits 240.000 Berlinerinnen und Berliner die Gelegenheit genutzt, ihre Kreuzchen für die Wiederholungswahl von 2023 nachzuholen, die wegen fehlender Stimmzettel damals nicht vollständig ausgewertet werden konnte.

Die CDU hat auf die neue Einrichtung reagiert und ihren Spitzenkandidaten Stefan Evers für eine Dauerwahlkampftour verpflichtet, die ihn bis zur Wahl täglich durch alle zwölf Bezirke führt. Evers, der den Posten von Kai Wegner übernommen hat, legt dabei pro Bezirk genau 38 Kilometer zurück, um die Zahl der Thesen zu symbolisieren. „Ich kandidiere nicht nur am Wahltag, ich kandidiere jeden Tag“, sagte Evers am dritten Tag der Tour, als er am Brandenburger Tor eine weitere Wahlkabine einweihte.

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben angekündigt, während der Dauerwahlkampfphase alle U-Bahnhöfe mit zusätzlichen Briefwahlunterlagen auszustatten, damit niemand den Weg zum Alexanderplatz scheuen muss. Die ersten Wählerinnen und Wähler, die ihre Stimme bereits zum fünften Mal abgegeben haben, berichten von einer gewissen Routine. „Man gewöhnt sich daran, jeden Morgen vor der Arbeit zu wählen“, sagte eine 34-jährige Kreuzbergerin, die sich für die Dauerabstimmung freigenommen hat. „Es ist wie Zähneputzen, nur mit mehr Verantwortung.“

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