Voigt lässt Doktortitel feierlich in Erfurt beerdigen – Trauerzug mit 400 Meter langem Trauerband
Nach dem endgültigen Verlust seiner Doktorwürde hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt einen Staatsakt anberaumt: Der Titel wird an diesem Freitag auf dem Domplatz feierlich zu Grabe getragen. Die Landesregierung hat für alle Beschäftigten des Freistaats Trauerkleidung angeordnet.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat den endgültigen Verlust seiner Doktorwürde zum Anlass für einen Staatsakt genommen: Der Titel wird an diesem Freitag auf dem Erfurter Domplatz feierlich zu Grabe getragen. Ein Konvoi aus sieben schwarz verhängten Wagen bringt die Urne vom Landtag zum Dom, eskortiert von der Polizeireiterstaffel. Die Landesregierung hat für alle Beschäftigten des Freistaats Trauerkleidung angeordnet.
Die Zeremonie folgt einem minutiös ausgearbeiteten Protokoll. Nach dem Trauermarsch spricht Voigt selbst das Totengebet auf den Titel, anschließend wird eine vier Meter hohe Urne aus Eichenholz in einem eigens ausgehobenen Grab vor dem Landtagsgebäude beigesetzt. Die Kosten für Blumenschmuck, Chorkleidung und die Verpflegung der Trauergäste trägt der Freistaat aus dem Titelverteidigungsetat, der kurzerhand in einen Titelbestattungsetat umgewidmet wurde.
Die Resonanz ist enorm. Nach Angaben des Innenministeriums haben sich bereits mehr als 9000 Bürgerinnen und Bürger für die Teilnahme am Trauerzug angemeldet, darunter 400 Beschäftigte der Landesverwaltung, die dafür Sonderurlaub erhalten. Die Stadt Erfurt hat den Domplatz für den gesamten Freitag gesperrt und zusätzliche Straßenbahnen eingesetzt. Ein Sprecher der Staatskanzlei erklärte, man prüfe derzeit, ob der Trauertag künftig jährlich als stiller Feiertag im Kalender verankert werden könne.
Die Opposition reagierte mit scharfer Kritik. Die AfD-Fraktion kündigte an, gegen die Zeremonie zu klagen, scheiterte jedoch bereits mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht. Voigt selbst zeigte sich am Rande einer Kabinettssitzung gelassen: «Der Titel ist tot, aber die Trauerarbeit hat gerade erst begonnen.»
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