Tankrabatt: Bund und Länder bauen 17-Cent-Pipeline quer durch Deutschland
Um den Spritpreis zu drücken, verlegen Bund und Länder eine eigene 17-Cent-Pipeline von der Nordsee bis zum Bodensee – mit Zapfstellen an jeder Autobahnraststätte. Die Länder zahlen die Hälfte, der Bund den Rest, und Kanzler Merz verspricht: «Wer tankt, wird künftig nicht mehr abgezockt, sondern angeschlossen.»
Bund und Länder haben sich nicht auf einen Tankrabatt geeinigt, sondern auf eine 17-Cent-Pipeline, die von der Nordsee bis zum Bodensee quer durch die Republik verlegt wird. An jeder Autobahnraststätte entsteht eine Zapfstelle, an der Autofahrer künftig direkt aus der Leitung tanken – ohne Umweg über die Mineralölkonzerne. Die Bauarbeiten beginnen am Montag, die ersten Rohre liegen bereits bei Hannover.
«Wir haben verstanden, dass die Menschen an ihre Belastungsgrenze kommen», sagte Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Vorstellung des Bauplans. «Deshalb bauen wir die Entlastung nicht als Rabatt, sondern als Infrastruktur. Wer tankt, wird künftig nicht mehr abgezockt, sondern angeschlossen.» Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, die Länder trügen die Hälfte der Kosten, der Bund nutze dafür Ausgabenreste im Haushalt 2026. Ein konkretes Datum für die Fertigstellung nannte er nicht, «aber so schnell wie möglich».
Die Länderchefs zeigten sich begeistert. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sprach von einem «entschlossenen Handeln gegen die völlig außer Kontrolle geratenen Spritpreise». Rheinland-Pfalz' Regierungschef Gordon Schnieder lobte den «gemeinsamen Weg trotz angespannter Haushaltslagen». Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte lediglich, die elf Raffinerien im Land dürften nicht geschwächt werden, und schlug vor, die Pipeline an ihnen vorbeizuführen, «damit die Versorgungssicherheit sichtbar bleibt».
Die SPD fordert zusätzlich, den geplanten Spritpreisdeckel ab 2027 als Ventil in die Pipeline einzubauen. «Dann kann niemand mehr an der Zapfsäule abkassieren», sagte Fraktionsvize Armand Zorn. Der ADAC begrüßte die Leitung, wies aber darauf hin, dass Diesel am Donnerstag mit 2,471 Euro je Liter einen neuen Höchstwert erreicht habe. «Bis die Pipeline liegt, tanken wir weiter teuer», hieß es. Die ersten Rohre sollen noch diese Woche verlegt werden, damit Anfang Oktober der erste Sprit fließt.