Steinmeier verlegt Festakt in 14.000 Wohnzimmer gleichzeitig – Demokratie muss jetzt von jedem Bürger persönlich verteidigt werden
Der Bundespräsident hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit kurzerhand in die Wohnzimmer der Republik verlegt: Jeder Haushalt muss künftig einen eigenen kleinen Festakt abhalten, mit Rede, Fahne und Schweigeminute. Die Demokratie wird zur Bringschuld.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen kurzerhand aufgelöst und stattdessen angeordnet, dass jeder der rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland am selben Tag einen eigenen kleinen Festakt abhält – mit Fahne, Schweigeminute und einer persönlich vorgetragenen Verteidigungsrede.
«Wir können die Selbstbehauptung der Demokratie nicht länger an einen Saal in Bremen delegieren», sagte Steinmeier in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. «Jede Wohnzimmertür wird heute zur Verteidigungslinie.» Die Bundesregierung stellte klar, dass die Teilnahme verpflichtend ist und die Reden zwischen 19 und 21 Uhr zu halten sind, damit die Republik im Takt spricht.
In den Behörden brach daraufhin geordnete Panik aus. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ließ 41 Millionen Faltfahnen drucken und per Post zustellen. Kommunen richteten Hotlines ein, weil Bürger nicht wussten, ob sie die Rede stehend oder sitzend halten sollen. In Bremen selbst blieb der Festakt leer – die Stühle wurden abgebaut und an die Haushalte verteilt.
Die erste Bilanz am Abend: In 38 Millionen Wohnungen brannte um 19 Uhr das Licht, in 2,3 Millionen lief der Fernseher weiter, und in 600.000 Haushalten wurde die Rede aus Zeitmangel auf den nächsten Tag verschoben. Steinmeier zeigte sich dennoch zufrieden: «Die Demokratie hat heute in jedem einzelnen Wohnzimmer stattgefunden. Das ist mehr, als Weimar je zustande brachte.»
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