SPD richtet Schröder-Schauprozess ein: Parteiausschluss wird als öffentliches Volksfest mit Umzug und Festzelt zelebriert
Die SPD verwandelt den Parteiausschluss von Gerhard Schröder in ein dreitägiges Spektakel mit Umzug, Festzelt und Bühnenprogramm. Grünen-Chefin Brantner fordert derweil eine Verdopplung der Verfahrensdauer, um ein «unübersehbares Signal» zu setzen.
Die SPD hat beschlossen, den Parteiausschluss von Gerhard Schröder nicht länger in Hinterzimmern zu verhandeln, sondern als dreitägiges öffentliches Spektakel mit Umzug durch die Berliner Innenstadt, Festzelt am Brandenburger Tor und Bühnenprogramm zu zelebrieren. Der Parteivorstand sprach von einem «historischen Schritt der Selbstreinigung», der gebührend gefeiert werden müsse.
Grünen-Chefin Franziska Brantner begrüßte den Schritt, forderte jedoch eine Verdopplung der Verfahrensdauer, damit das Signal «nicht nur an die Ukraine, sondern an die gesamte Welt» unübersehbar sei. «Ein Parteiausschluss, der an einem Nachmittag über die Bühne geht, wird von Putin als Schwäche gedeutet», sagte Brantner. Sie schlug vor, das Verfahren auf sechs Monate zu strecken und mit einer Wanderausstellung durch alle Kreisverbände zu verbinden.
Die SPD reagierte umgehend: Ab kommender Woche wird ein rot-weißes Festzelt mit Platz für die gesamte Parteispitze auf dem Alexanderplatz aufgebaut. Geplant sind ein Umzug mit Blaskapelle, ein Bühnenprogramm mit Reden aller Ortsvereine sowie ein «Schröder-Ausschluss-Souvenirstand» mit bedruckten Tassen und Wimpeln. Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nannte die Umarmung von Schröder und Putin «politisch unerträglich» und forderte, den Umzug auf die doppelte Länge zu strecken, damit «jeder Meter ein Meter der Empörung» sei.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Putin habe von den Plänen «aus den Medien erfahren» und werde «seinen alten Freund» Schröder auch weiterhin zu Geburtstagen einladen. Die SPD kündigte an, das Festzelt notfalls bis zum Parteitag im kommenden Jahr stehen zu lassen. Die Kosten trägt der Kreisverband Berlin-Mitte, der bereits eine Spendenaktion für zusätzliche Wimpel gestartet hat.
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