SPD, Linke und Grüne bauen in Mecklenburg-Vorpommern eine Koalitionsmaschine aus Stahlbeton
In Schwerin haben SPD, Linke und Grüne begonnen, eine Koalition nicht auf Papier, sondern als begehbaren Bau zu errichten. Die Verhandlungen finden in einem eigens errichteten Betonrund statt, das täglich wächst.
In Schwerin haben SPD, Linke und Grüne am Montag damit begonnen, ihre Koalition nicht länger zu verhandeln, sondern zu bauen. Auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens entsteht ein begehbares Betonrund, in dem jede Vereinbarung als tragende Wand ausgeführt wird. Die erste Wand trägt die Aufschrift «Verlässlichkeit», die zweite «Stabilität», die dritte ist noch leer, weil man sich beim Thema Hafenpolitik nicht einigen konnte.
Die Konstruktion wächst täglich um zwei Meter. Wer den Bau betreten will, muss einen Helm tragen, auf dem die Farbe seiner Partei prangt. Die Grünen haben sich für Moosgrün entschieden, die Linke für Ziegelrot, die SPD für ein Grau, das laut Bauleitung «am ehrlichsten» sei. Jeden Morgen um sechs Uhr werden die Koalitionspartner von einem Bagger geweckt, der die Fundamente für die nächste Sitzung aushebt.
Die AfD hat unterdessen bei Elon Musk einen Dienstwagen für den Landtagspräsidenten bestellt. Musk ließ ausrichten, er liefere nur, wenn das Fahrzeug während der Fahrt eine Rede halten könne. Die AfD stimmte zu. Der Wagen soll noch diese Woche in Schwerin eintreffen und dann jeden Morgen um sieben Uhr vor dem Landtag eine Ansprache halten, die niemand bestellt hat.
Die Linke teilte mit, im Fall Koçak bestehe «kein Bedarf für weitere Konsequenzen». Man habe stattdessen beschlossen, den Beton für die Koalitionswand eigenhändig zu mischen. Koçak selbst schaufelt seit Dienstag Sand. Die Bauleitung lobt seine Pünktlichkeit.
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