SPD-Abgeordnete reisen geschlossen nach Berlin, um dort persönlich vor der Linken zu warnen
Zwanzig SPD-Bundestagsabgeordnete haben sich zu einer Dauermahnwache vor dem Berliner Landesbüro der Linken entschlossen und wollen dort bis zum Parteitag am 31. Oktober Tag und Nacht abwechselnd Aufstellung nehmen.
Zwanzig SPD-Bundestagsabgeordnete haben sich am Montag geschlossen in einen Sonderzug nach Berlin gesetzt und vor dem Landesbüro der Linken eine Dauermahnwache errichtet, die bis zum Parteitag der Linken am 31. Oktober rund um die Uhr besetzt bleiben soll.
Die Abgeordneten wechseln sich in Schichten ab, tragen einheitliche Warnwesten mit der Aufschrift «Wertekompass» und rufen im Stundentakt die Sondierungsergebnisse in Richtung Fenster. Ein Sprecher der Gruppe erklärte, man werde «so lange stehen, bis die Berliner Genossen begreifen, dass eine Koalition mit dieser Linken nicht in Frage kommt».
Der Berliner Landesverband der SPD hat inzwischen Zelte auf dem Gehweg aufgestellt, um die Mahnwache mit Suppe zu versorgen. Die Grünen haben für ihren kleinen Parteitag am Abend kurzfristig einen Livestream eingerichtet, der ausschließlich die Mahnwache zeigt.
Die Linke reagierte gelassen und verlängerte die Öffnungszeiten ihres Büros bis Mitternacht. Ein Sprecher sagte, man habe «Verständnis für die Sorge um den Wertekompass» und biete den Abgeordneten an, sich im Warmen abzuwechseln.
Für die kommende Woche planen die zwanzig Abgeordneten, ihre Mahnwache auf den Alexanderplatz zu verlegen und dort ein Rednerpult aufzustellen. Die Berliner Verkehrsbetriebe prüfen bereits, ob eine eigene Buslinie zur Mahnwache eingerichtet werden muss.
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