Siegmund lädt Landtag zur Dezember-Sitzung mit 39 Stühlen für 39 Abgeordnete – und einem Klappstuhl für sich selbst
Ulrich Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden und hat dafür den Plenarsaal in Magdeburg umbauen lassen: Jeder Abgeordnete erhält einen nummerierten Stuhl, Siegmund einen Klappstuhl mit eingebautem Rechenschieber. Die Abstimmung wird zur Sitzordnung.
Magdeburg – Ulrich Siegmund hat angekündigt, sich in der Dezember-Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Damit die Abstimmung gelingt, ließ er den Plenarsaal umbauen: Jeder der 39 AfD-Abgeordneten erhält einen nummerierten Stuhl, die übrigen Fraktionen bekommen Stühle mit eingebauter Gewichtsanzeige, und Siegmund selbst sitzt auf einem Klappstuhl mit Rechenschieber, der bei jeder Stimme laut klickt.
«Ich würde nicht in diese Wahl gehen, wenn ich die Stabilität nicht vorher als Gewissheit hätte», sagte Siegmund. «Deshalb haben wir die Sitzordnung so verändert, dass jeder Abgeordnete, der für mich stimmt, automatisch auf einen Stuhl mit grüner Lehne rutscht. Wer dagegen stimmt, dessen Stuhl senkt sich um zwei Zentimeter ab. Das ist kein Druck, das ist Ergonomie.»
Die CDU, Linke, Grüne und SPD kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze, das BSW auf fünf. Für eine Mehrheit braucht es 42 Stimmen. Siegmund ließ daher im Foyer des Landtags eine Warteschlange aus 42 Stühlen aufstellen, auf denen Abgeordnete Platz nehmen können, die noch unentschlossen sind. Wer sich setzt, erhält einen Stempel auf die Hand und wird von einem Mitarbeiter der Fraktion bis zur Wahl begleitet.
Das BSW schließt eine Koalition weiterhin aus. Siegmund spricht dennoch von einem «Format oberhalb einer Minderheitsregierung» und ließ bereits 42 Namensschilder drucken, von denen 39 mit AfD-Logo versehen sind. Die restlichen drei sollen nach der Wahl an jene Abgeordneten gehen, die sich am häufigsten auf die bereitgestellten Stühle gesetzt haben.
2