Schwesig lässt 16-Jährige zur Sicherheit gleich dreifach wählen
Nach ihrem Vorstoß für ein Wahlalter ab 16 lässt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin die Jugend nun probehalber gleich dreimal abstimmen – zur Übung, wie sie sagt.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat angeordnet, dass alle 16- und 17-Jährigen des Landes ab sofort bei jeder Landtagswahl dreimal ihre Stimme abgeben dürfen – einmal für sich selbst, einmal für ihre Eltern und einmal für einen noch ungeborenen Nachbarn. „Wer wählen darf, dessen Themen spielen eine Rolle“, sagte Schwesig bei einem Demokratieforum in Rostock, „und wer dreimal wählen darf, dessen Themen spielen dreimal so viel Rolle.“
Die Landeswahlleitung hat daraufhin in allen Wahllokalen des Nordostens zusätzliche Kabinen aufstellen lassen, die mit einem Schild „Für die Zukunft“ gekennzeichnet sind. Dort können die Jugendlichen ihre Zusatzstimmen abgeben, die laut Erlass „vorsorglich für alle Fälle“ gezählt werden. Erste Schulen haben bereits damit begonnen, ihre Schülerinnen und Schüler in Dreiergruppen zu den Urnen zu führen, damit niemand versehentlich nur einmal abstimmt.
Kritik an der Regelung wies Schwesig zurück: „Wenn wir schon die Jüngsten an die Urne lassen, dann bitte richtig.“ Die Opposition kündigte an, das Modell zu übernehmen, sobald es auch für Ü60 gelte. Bis zur Landtagswahl am 20. September sollen die Jugendlichen noch zwei weitere Übungsdurchgänge absolvieren, damit am Wahltag niemand vor Aufregung die dritte Stimme vergisst.