Schweitzer lässt Arbeitsministerium in Mainz nachbauen und regiert von dort per Lautsprecher nach Berlin
Der designierte Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer verlegt seinen Amtssitz kurzerhand nach Rheinland-Pfalz und lässt das Berliner Ministerium als Zweigstelle in Mainz nachbauen. Die Belegschaft zieht um, die Akten werden per Schiff transportiert, und Schweitzer spricht täglich per Lautsprecher zu seinen Berliner Beamten.
Der designierte Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer hat angekündigt, sein Ministerium vollständig in Mainz nachzubauen und von dort aus per Lautsprecher nach Berlin zu regieren. «Ich habe in Rheinland-Pfalz regiert, ich werde auch das Arbeitsministerium von Rheinland-Pfalz aus regieren», erklärte er vor Journalisten. Die Berliner Zentrale bleibe als Zweigstelle erhalten, so Schweitzer, «für die Post und für Besucher, die unbedingt die Fassade sehen wollen».
Noch in dieser Woche sollen sämtliche Abteilungen des Ministeriums in einen eigens errichteten Gebäudekomplex am Rheinufer umziehen. Die Akten werden auf Binnenschiffen transportiert, weil Schweitzer als Sohn eines Binnenschiffers «keine andere Art des Transports dulde». Für die Berliner Belegschaft, die nicht umziehen möchte, richtet das Ministerium einen Pendelverkehr mit Bussen ein, die täglich zwischen beiden Städten verkehren. Die Fahrt dauert knapp sieben Stunden, was Schweitzer als «zumutbar und sogar gesund» bezeichnete.
Die tägliche Regierungsarbeit soll über eine Lautsprecheranlage abgewickelt werden, die auf dem Dach des Mainzer Komplexes installiert wird. Von dort aus werde er seine Anweisungen direkt nach Berlin übertragen, sagte Schweitzer. «Die Beamten dort werden mich hören, ob sie wollen oder nicht.» Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, dass die Anlage bereits bestellt sei und «eine Reichweite habe, die für ganz Deutschland reiche».
In Mainz selbst hat der Umbau bereits begonnen. Die Stadt stellte zusätzliche Flächen bereit, und die örtliche Verwaltung richtete eine Sonderlinie im Nahverkehr ein, die künftig im Minutentakt zwischen dem neuen Ministerium und dem Hauptbahnhof verkehrt. Schweitzer kündigte an, die erste Kabinettssitzung nach seinem Amtsantritt in Mainz abzuhalten und die Berliner Kollegen per Video zuzuschalten. «Wer nicht kommt, hört trotzdem mit», so der künftige Minister.
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