Schweitzer baut 63-Kilometer-Mauer quer durchs Arbeitsministerium, um Kompromiss zur Rente mit 63 zu erzwingen
Arbeitsminister Schweitzer lässt einen 63 Kilometer langen Bauzaun um das Ministerium ziehen und verlegt jeden Verhandlungstisch auf die Baustelle, bis sich alle auf die Rente mit 63 einigen.
Arbeitsminister Alexander Schweitzer hat am Montagmorgen einen 63 Kilometer langen Bauzaun um das gesamte Bundesministerium für Arbeit und Soziales ziehen lassen und jeden Verhandlungstisch auf die Baustelle davor verlegt. Der Zaun steht, die Tische stehen, die Rente mit 63 steht weiterhin offen.
«Wer den Kompromiss will, muss durch das Tor», sagte Schweitzer vor dem Haupteingang, während ein Bagger die letzte Zaunlücke schloss. Die Sitzungen der Rentenkommission finden seitdem im Freien statt, auf Klappstühlen zwischen Bauzäunen, bei Wind und gelegentlichem Nieselregen. Die Mitglieder erhalten Warnwesten, die sie auch in den Innenräumen tragen müssen, weil der Zaun offiziell zum Ministerium gehört.
Die Union hat angekündigt, eigene Bauzäune zu liefern, falls die Verhandlungen stocken. Fraktionschef Jens Spahn ließ verlauten, man werde «notfalls einen zweiten Ring um den ersten Ring» errichten. Die FDP fordert einen dritten Ring, allerdings nur aus Steuermitteln, die bereits verplant sind.
Bärbel Bas, die die Empfehlungen der Rentenkommission zuvor als «Gesamtkunstwerk» bezeichnet hatte, besichtigte die Baustelle und erklärte, sie erkenne nun «eine Skulptur mit Durchgang». Schweitzer ließ derweil weitere Klappstühle aufstellen und kündigte an, die Verhandlungen notfalls bis zum Renteneintritt aller Beteiligten fortzusetzen.
Am Freitag soll der Zaun um weitere drei Kilometer verlängert werden, damit auch die Toilettenanlage innerhalb des Verhandlungsbereichs liegt. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht, aber die Bauzäune stehen bereits in Reih und Glied.
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