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Politik

Sachsen-Anhalt richtet Ehrenwache für sämtliche Strommasten ein, falls AfD regiert

Thüringens Innenminister Georg Maier warnt vor Datenabfluss an Russland bei einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Das Land reagiert mit einer beispiellosen Maßnahme: Jeder einzelne Strommast, jedes Umspannwerk und jede Wasserleitung erhält eine rund um die Uhr besetzte Ehrenwache.

Magdeburg – Sachsen-Anhalt hat als Reaktion auf die Warnung von Thüringens Innenminister Georg Maier vorsorglich eine Ehrenwache für sämtliche kritische Infrastruktur des Landes eingerichtet. Ab sofort stehen vor jedem der 48.000 Strommasten, vor jedem der 312 Umspannwerke und vor jeder der 17 Kläranlagen zwei Beamte der neu gegründeten «Abteilung für ununterbrochene Bewachung», die im Schichtbetrieb rund um die Uhr Dienst schieben.

«Wir können nicht riskieren, dass ein einzelner Transformator unbegleitet in die falschen Hände gerät», erklärte der kommissarische Leiter der Abteilung, Oberrat Kuno Stieglitz, am Montag vor einem Trafoturm bei Stendal, während ihm ein Kollege den Kaffee durch ein Spionageloch reichte. Die Beamten seien angewiesen, jeden Kontakt mit der Anlage zu melden, jede Taube zu notieren und bei jedem Blinzeln des Gegenübers eine dreiseitige Lageeinschätzung zu verfassen.

Die Landesregierung hat für die Aktion 3.400 zusätzliche Stellen ausgeschrieben, Bewerbungen von ehemaligen Mitarbeitern des Verfassungsschutzes würden bevorzugt behandelt. «Wir rechnen damit, dass die ersten 12.000 Masten bis Ende des Monats vollständig abgeschirmt sind», so Stieglitz weiter. Für die restlichen Masten habe man bereits 40.000 Meter Absperrband und 6.000 Feldbetten geordert, die in den kommenden Tagen per Lastwagen an die jeweiligen Standorte geliefert werden.

Kritik kommt lediglich aus der Landwirtschaft: Bauern beklagen, dass die Beamten bei ihrer Arbeit die Feldfrüchte zertrampeln. Das Innenministerium verwies darauf, dass dies ein vertretbarer Preis für die nationale Sicherheit sei. «Wer will schon, dass sein Strommast eines Tages in Moskau steht», so Stieglitz abschließend, während er einem Kollegen die Schichtübergabe am Mast Nummer 23.847 dokumentierte.

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