Rostock richtet Wahllokal in Linienbus ein – Wähler stimmen während der Fahrt ab
Wegen einer Wahlpanne wird ein Linienbus in Rostock zum fahrenden Wahllokal. Die Wahlkommission erklärt das zum Erfolg, die Berliner CDU fordert derweil einen zweiten Wahlgang, um das Ergebnis zu korrigieren.
Nach einer Wahlpanne in Rostock hat die Landeswahlleitung einen regulären Linienbus der Rostocker Straßenbahn AG zum offiziellen Wahllokal umfunktioniert. Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Stimme für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern während der Fahrt abgeben, zwischen den Haltestellen Doberaner Platz und Hauptbahnhof. Die Wahlurne war mit Gurten auf dem hinteren Sitzplatz festgeschnallt, ein Wahlvorstand reichte Stimmzettel und Stempel durch den Mittelgang.
Die Wahlkommission sprach von einem «logistischen Erfolg ohnehin nie dagewesener Art». Man habe die Wähler dort abgeholt, wo sie sich tatsächlich befänden: im Berufsverkehr. Bis zum Abend wurden nach Angaben der Stadt mehrere hundert Stimmen in insgesamt vier Bussen eingesammelt, die auf den Linien 25 und 28 verkehrten. Wer nicht rechtzeitig ausstieg, konnte sein Kreuz noch an der Endhaltestelle machen, bevor der Bus wieder in den Regelbetrieb wechselte.
In Berlin reagierte die CDU unterdessen mit einer eigenen Forderung: Da die Wahlbeteiligung in der Hauptstadt deutlich höher lag als erwartet, verlangte die Partei einen zweiten Wahlgang, um das Ergebnis «unter regulierten Bedingungen» zu wiederholen. Die Landeswahlleiterin wies das zurück, kündigte aber an, künftig auch Straßenbahnen und Fähren als mobile Wahllokale zu prüfen. In Rostock hält der Busverkehr nun an jeder zweiten Haltestelle für eine Minute, damit Fahrgäste ihre Stimme abgeben können.