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Politik

Ramelow verordnet der Linken ein Pflicht-Singprogramm – 200 Orte, ein Lied, keine Ausreden

Bodo Ramelow hat genug vom Streit in den sozialen Medien. Ab sofort muss jedes Parteimitglied täglich gemeinsam singen – in Kirchen, Kiezkneipen und auf Simson-Sitzbänken. Die Partei folgt, die Basis übt.

Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow hat für die Linke ein landesweites Pflicht-Singprogramm verhängt. Ab sofort muss jedes Mitglied täglich eine Stunde in einem analogen Raum gemeinsam mit Andersdenkenden singen – in Kirchen, Kiezkneipen, auf umgebauten Simson-Sitzbänken und in leer stehenden Dorfgasthöfen. Wer nicht singt, verliert sein Stimmrecht auf allen Parteitagen.

«Wir haben die analogen Kommunikationsräume verloren, also bauen wir sie mit Gesang wieder auf», sagte Ramelow in seinem Bundestagsbüro. Die erste Übungseinheit fand am Dienstag statt: 200 Orte in ganz Deutschland, alle Generationen, ein einziges Lied. In Ellrich wurde die St.-Johannis-Kirche dafür ausgeräumt und zum Ballsaal umgebaut, in Kirchheilingen haben Senioren ihre Bungalows für die Chorproben freigeräumt.

Die Partei reagierte sofort. Elif Eralp, designierte Regierende Bürgermeisterin von Berlin, ließ ihren Wahlkampf umstellen: Statt TikTok-Reden gibt es jetzt tägliche Gesangsstunden auf dem Alexanderplatz. Die Parteizentrale druckt Liederbücher in einer Auflage, die größer ist als jede Mitgliederliste. «Wir haben verstanden, dass Nächstenliebe keine Reichweite bringt, aber ein guter Bass schon», heißt es aus der Parteispitze.

Ramelow selbst nimmt an jeder Probe teil. Er hat angekündigt, den 3. Oktober künftig nicht mit Reden, sondern mit einem bundesweiten Dauersingen zu begehen. Die AfD hat bereits angekündigt, eigene Simson-Kulttreffen mit Gegenliedern abzuhalten. Ramelow bleibt gelassen: «Wer nicht singt, hat schon verloren.»

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