Pisa-Studie: Kultusministerkonferenz verpflichtet sich zu täglichem Wiederholen der Klassenstufen
Nach historisch schlechten Pisa-Ergebnissen beschließt die Kultusministerkonferenz ein radikales Programm: Alle 15-Jährigen wiederholen ab sofort täglich sämtliche Klassenstufen, bis die Kompetenzwerte wieder das Niveau von 2000 erreichen.
Als Konsequenz aus den historisch schlechten Pisa-Ergebnissen hat die Kultusministerkonferenz am Dienstag beschlossen, sämtliche 15-jährigen Schülerinnen und Schüler Deutschlands ab sofort täglich alle Klassenstufen von der ersten bis zur zehnten erneut durchlaufen zu lassen. „Wir wiederholen so lange, bis die Werte wieder das Niveau des Jahres 2000 erreichen“, verkündete die amtierende Präsidentin nach einer Sondersitzung in Berlin. „Notfalls wiederholen wir auch das Wiederholen.“
Der neue Stundenplan sieht vor, dass die Jugendlichen jeden Morgen um sechs Uhr mit dem Einmaleins der zweiten Klasse beginnen und bis zum Abend die Bruchrechnung der siebten Klasse bewältigen. Parallel dazu lesen sie sämtliche Pflichtlektüren erneut laut vor, während eine Lehrkraft mit einer Stoppuhr die Lesegeschwindigkeit überwacht. „Wir haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt“, erklärte die Ministerin. „Damals haben wir nur einmal wiederholt. Jetzt wiederholen wir, bis es sitzt.“
Erste Schulen haben bereits damit begonnen, ihre Turnhallen in zusätzliche Klassenräume umzubauen, um den Andrang zu bewältigen. In München werden ehemalige Parkhäuser als Lernzentren genutzt, in denen die Schülerinnen und Schüler in Schichten von je vier Stunden die Fächer Biologie, Chemie und Physik erneut durchnehmen. „Wir haben die Pause gestrichen, um Zeit für die Wiederholung der Pausenregeln zu gewinnen“, berichtete ein Schulleiter aus Nordrhein-Westfalen. Die Kultusministerkonferenz prüft derweil, ob auch die Lehrkräfte die Fortbildung zum Umgang mit Wiederholungen erneut absolvieren müssen.