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Politik

Merz verlegt UN-Generalversammlung nach Berlin, um keinen Zug zu verpassen

Der Kanzler sagt nicht nur die New-York-Reise ab – er lässt die Vereinten Nationen kurzerhand nach Berlin umziehen. Die UN-Generalversammlung tagt künftig im Regierungsviertel, damit Merz zwischen Fraktionssitzungen und Präsidiumssitzungen keine Sekunde verliert.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat nicht nur seine Reise zur UN-Generalversammlung nach New York abgesagt, sondern die Generalversammlung selbst nach Berlin verlegt. Auf Anweisung des Kanzleramts wird die diesjährige Generaldebatte ab Montag im Plenarsaal des Bundestags abgehalten, damit Merz zwischen den Sitzungen der CDU-Spitzengremien und der Fraktion keine kostbare Anwesenheitsminute verliert.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte, die Umbuchung sei «erforderlich, weil die Präsenz des Kanzlers in Berlin nun einmal erforderlich ist». Die New Yorker Delegationen wurden gebeten, ihre Reden per Videobotschaft einzureichen; wer dennoch anreisen wolle, finde im Regierungsviertel ein eigens errichtetes Zelt mit 193 Fahnenmasten und einem Kaffeestand. Die Vereinten Nationen zeigten sich kooperativ und verlegten kurzerhand ihr Sekretariat in die Wilhelmstraße.

Für die CDU-Spitze bedeutet das eine logistische Meisterleistung: Der Kanzler wird zwischen zwei Abstimmungen im Bundestag jeweils für sieben Minuten in die UN-Vollversammlung hinüberwechseln, um dort seine Rede zu halten. Die restliche Zeit verbringt er im Konrad-Adenauer-Haus, wo ein provisorisches Rednerpult mit UN-Emblem aufgestellt wurde. Kritiker innerhalb der Partei fordern bereits, auch die Landtagswahlen nach Berlin zu verlegen, damit der Kanzler bei keiner Auszählung fehlt.

Die New Yorker Stadtverwaltung prüft unterdessen, ob sie die frei gewordenen Sitzungssäle an die Berliner CDU-Geschäftsstelle untervermieten kann. Ein Sprecher der UN bestätigte, dass die Generaldebatte künftig jedes Jahr in dem Land stattfindet, dessen Regierungschef gerade nicht verreisen kann.

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