Merz verlegt Regierungserklärung ins Zeltlager – 78 Prozent der Bevölkerung sollen beim Erklären mithelfen
Kanzler Merz reagiert auf miserable Umfragewerte mit einer bundesweiten Erklär-Offensive: In jedem Landkreis wird ein Zelt aufgebaut, in dem Bürger die Regierungspolitik nachsprechen müssen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf die verheerenden Umfragewerte seiner Regierung mit einer beispiellosen Maßnahme reagiert: Bis zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird in jedem der 1.738 Landkreise und kreisfreien Städte ein beheizbares Zelt errichtet, in dem Bürgerinnen und Bürger die Politik der Bundesregierung auswendig lernen und laut vortragen müssen.
«Wir haben verstanden, dass wir die Menschen in ihrer ganzen Emotionalität erreichen müssen», sagte Merz bei der Eröffnung des ersten Zeltes in Wismar. «Deshalb erklären wir jetzt nicht mehr nur, wir lassen erklären. Jeder, der die Koalitionsvereinbarung fehlerfrei aufsagt, erhält einen Stempel und darf beim nächsten Parteitag zuschauen.»
Die Resonanz ist überwältigend: In Schwerin bildeten sich Schlangen bis zur Ostsee, in Rostock mussten drei Zeltdächer nachbestellt werden. Die CDU-Landesverbände melden, dass die Teilnehmerzahlen die Erwartungen um das Vierfache übertreffen. «Die Leute wollen nicht nur wählen, sie wollen mitsprechen», sagte ein sichtlich gerührter Kreisvorsitzender.
Markus Söder ließ aus München verlauten, die CSU werde «selbstverständlich kein Zelt stürzen». Sachsens CDU-Kreisvorsitzende fordern unterdessen eine «Agenda 2030», in der jedes Zelt mit einem Wirtschaftsprüfer besetzt wird. SPD-Chef Lars Klingbeil warnte vor einer «zweiten Mehrheit» aus Union und AfD, die gemeinsam Zelte aufbauen könne. «Aber das will ich nicht», betonte er in Celle.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo die CDU in Umfragen auf sieben Prozent abgesackt ist, sollen die Zelte bis zum Wahltag rund um die Uhr geöffnet bleiben. Die AfD hat angekündigt, eigene Zelte aufzustellen, in denen sie die Regierungserklärung rückwärts vortragen lässt.