Merz tritt zurück, um Rücktrittsforderung persönlich entgegenzunehmen
Nach der Umfrage fordert die Mehrheit den Rücktritt von Friedrich Merz. Der Kanzler hat reagiert und tritt nun so lange zurück, bis er jede einzelne Forderung persönlich entgegengenommen hat.
Friedrich Merz ist am Montagmorgen um 6:14 Uhr zurückgetreten, um die Rücktrittsforderung der Mehrheit persönlich entgegenzunehmen. Da laut Forsa 55 Prozent der Befragten seinen Rücktritt fordern, hat der Kanzler angekündigt, so lange zurückzutreten, bis er jede einzelne Forderung in Empfang genommen hat.
Im Kanzleramt wurde dafür ein Empfangszelt mit 2.500 Sitzplätzen errichtet, das der Größe der Stichprobe entspricht. Jeder Befragte erhält eine Wartenummer und kann dem Kanzler seinen Rücktrittswunsch persönlich vortragen. Merz nimmt die Forderungen im Stehen entgegen, trägt sie in eine Liste ein und tritt danach erneut zurück, um den nächsten vorzulassen. Die Liste wird nicht abgeheftet, sondern aufgehängt.
Die Union hat angekündigt, den Vorgang als Parteitagsbeschluss zu wiederholen, falls die Umfragezahlen steigen. In Sachsen-Anhalt wurden bereits Busse gechartert, um Wähler nach Berlin zu bringen, die ihren Rücktrittswunsch noch nicht persönlich vorgebracht haben. Der Regierungssprecher erklärte, man nehme die Sorgen der Bürger ernst und habe deshalb die Öffnungszeiten auf 22 Uhr verlängert.
Forsa kündigte an, die Umfrage wöchentlich zu wiederholen, damit der Kanzler genug Gelegenheiten zum Zurücktreten hat. Die erste Sitzung dauerte bis in die Nacht. Am Ende stand Merz auf, bedankte sich für das Gespräch und trat ein weiteres Mal zurück.
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